Die gar nicht so wunderbare Welt der Spione

Warschau am Vorabend des 2. Weltkrieges. Außer dem neuen französischen Militärattaché Jean-Francois Mercier (David Tennant) glaubt kaum jemand ernsthaft daran, dass die Deutschen schon so gut wie vor den Toren stehen. So versucht er sich, in seiner geheimen Nebentätigkeit als Spion, die nötigen Beweise zu beschaffen.

Die gar nicht so wunderbare Welt der Spione
Die schöne Anna kommt ihm bei der Arbeit in die Quere. © polyband/WVG

Tarnen und Täuschen

Im ersten Weltkrieg war er ein Held. Hochdekoriert und von altem Adel hat Colonel Jean-Francois Mercier (David Tennant) seinen Weg auch danach gemacht. Den Tod seiner Frau hat er allerdings nicht verwunden, als er am Vorabend des zweiten großen Krieges im 20. Jahrhundert als Militär Attaché nach Warschau kommt. Der gutaussehende und ungebundene Franzose zieht schnell die Aufmerksamkeit der Damenwelt auf sich. Mit Ausnahme der hübschen und engagierten Anwältin Anna (Janet Montgomery) – sie arbeitet, sehr zum Unwillen der Mutter und das  auch noch für den Völkerbund – sind die ihm aber reichlich egal. Schließlich hat er sich neben seiner offensichtlichen Tätigkeit auch noch um zahlreiche Spionageaktivitäten zu kümmern. 

Verfolgen und Verlieben

Konspirative Treffen, das Anwerben von verdeckten Ermittlern, Schusswechsel auf dem Friedhof – je näher Mercier den geheimen Plänen der Deutschen kommt, desto munterer geht es in Warschau zu. Und nicht nur dort. Quer durch Europa ist der gute Mann bald unterwegs um stichhaltige Beweise für seine Theorien zu bekommen, denn zuhause in Frankreich findet er – noch – wenig Glauben an die bevorstehende Bedrohung. Mehr Beachtung findet dort dafür seine Affäre mit Anna. Lebt diese doch mit einem äußerst verdächtigen Exilrussen zusammen. Unverheiratet. 

Die gar nicht so wunderbare Welt der Spione

Informieren und Isolieren

Wenngleich die Welt der Spionage – wie schon der Titel unschwer erkennen lässt – diese Geschichte prägt, ist es keinesfalls eine schwarz-weiße hochglanz James Bond-Welt. In „Die Spione von Warschau“ gibt es kaum technischen Schnickschnack und die eleganten Abendgesellschaften haben auf den Helden wenig Reiz. Wie die Fliegen sterben hier nicht die Gegner, sondern vor allem die kleinen Lichter im Spionage-Dschungel. Die Informanten und Verbündeten unseres wenig meisterlichen, aber mit guter Intuition ausgestatteten Ermittlers haben keine allzu lange Halbwertszeit –  was ihm durchaus zu schaffen macht.

David Tennant als Mercier schaut man bei seinen Gewissensqualen dabei sehr gerne zu. Von Dr. Who bis zum schrillen Magier in Fright Night waren es ja oft die eher exaltierten Rollen, denen er seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt hat. Diesmal gelingt ihm das auch mit einem eher zurückgenommenen Charakter. Wenngleich das ein oder andere Klischee deutlich zum Tragen kommt, weiß dieser historische Agententhriller in zwei Teilen gut zu unterhalten.

Die literarische Vorlage stammt übrigens von Alan Furst – der ist mit seinen Spionageromanen vor allem in den USA sehr bekannt.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Die Spione von Warschau (2 x 90 Minuten)

Regie: Coky Giedroyc
Darsteller: David Tennant, Janet Montgomery, Ludger Pistor, Burn Gorman

Im Vertrieb von Polyband/WVG

Für einen kleinen Einblick hier der englische Originaltrailer:

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