Die dunkle Seite der Magie

Ein drittes und letztes Mal entführt Autor Bernd Perplies den Leser in seine magisch-viktorianische Welt der Fadenmagie. Ein würdiger Abschluss für die Trilogie ist „In den Abgrund“ allemal, aber auch kein allzu großer Wurf.

Verfolgungsjagd mit Luftschiff © Andreas Dengs / pixelio.de

Verfolgungsjagd
Zu Wasser (oberhalb wie unterhalb) und zu Luft sind die Magier auf dem Weg zur Wahren Quelle der Magie. Die einen, um Wellington, wollen sie sich nutzbar machen, die anderen genau dies verhindern. Derweil irrt die tote Elisabeth durch eine magische Zwischenwelt. Dabei löst sie sich von ihrem bisherigen Leben – was bleibt ist ein unbändiger Hass auf Jonathan Kent, der sie hat sterben lassen. Dieser macht sich deshalb auch schreckliche Vorwürfe, hatte zum Wohl der Welt aber keine andere Wahl. Er ist derweil mit Kendra und Robert an Bord eines mysteriösen fliegenden Schiffes gegangen. Dessen Kapitän, der Holländer, will sie zur Quelle bringen.

In der Luft sind mittlerweile auch Holmes und Randolph unterwegs. Aus ihrem kleinen Ruderboot mitten im Ozean wurden sie vom vatikanischen Luftschiff geborgen.  Aber sind sie damit vom Regen in die Traufe gekommen? Schließlich sind die „Römer“ auf die Magieanwender nicht unbedingt gut zu sprechen.

Schrullig, skurril und spannend
Auch im dritten Teil erfahren die Charaktere, die einem Perplies so ans Herz wachsen lässt, wieder tiefgreifende Entwicklungen und Veränderungen. Dabei werden manche im Laufe der drei Bände aufgeworfenen Fragen nicht restlos geklärt, doch gerade diese Offenheit des Endes macht auch einen gewissen Charme aus. Auch wenn die Welt gerettet wird bleibt der rosarote Zuckerguss in der Küche. Überhaupt ist der Ton und die Handlung im abschließenden Band rauer. Nicht nur Kendra erfährt, dass die Magie nicht immer schön und bestaunenswert ist – auch der Leser bekommt in Wellingtons Experimenten die volle Menschenverachtung eines wahrhaft über Leichen gehenden Wissenschaftlers präsentiert. Ähnlichkeiten zu tatsächlich lebenden Personen nicht ausgeschlossen.

Doch keine Angst, zu grausig wird es nicht und schrullige Figuren wie Jupiter Holmes und sein unvergleichlicher Humor sorgen für Unterhaltung. Vielleicht kein Muss für jeden Leser, aber für Fans spannender und gut gemachter Fantasy ist Perplies Steampunk-Triologie „Magierdämmerung“ auf jeden Fall eine nette Lektüre.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Länge: 504 Seiten

Verlag: Lyx 

Auflage: 1 (8. September 2011)

Preis: 12,99 €


Stand: Herbst 2011

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