Die besten Bücher. Teil 6: Geschichte

Geschichte … eigentlich hochinteressant, aber didaktisch meist verheerend aufbereitet, wie man noch von quälenden Geschichtsstunden aus der Schule weiß.
Könige, Päpste, Kaiser, von auswendig zu lernenden Jahreszahlen farbenfroh begleitet – so kennen wir das. Muss natürlich nicht sein. Hier sind einige Buch-Empfehlungen für Menschen, denen das Kultusministerium nie so ganz die Neugier austreiben konnte.

Wieviel Realität steckt in Monumentalfilmen?

Die Sinuskurve der Popularität des „Sandalenfilms“: In regelmäßigen Abständen entdeckt Hollywood die Faszination der römischen Antike wieder. Quo Vadis (1951), Ben Hur (1959), Spartacus (1960), Gladiator (2000), zuletzt die Serie Spartacus (ab 2010), nahe jede cineastische Generation schlüpft irgendwann in die Tunika.

Doch was bekommen wir eigentlich auf der Leinwand zu sehen, wie realistisch ist das Ganze, wieviel Hollywood steckt in der Darstellung Roms? Die Antwort, alle Antworten bekommt man in diesem Monumentalbuch, das wirklich kaum einen Bereich ausspart. Das mag manchmal durchaus ein Zuviel an Informationen für einen Durchschnittskonsumenten sein, historisch und cineastisch Interessierte kommen jedoch voll auf ihre Kosten.

Wenn Marcus Junkelmann beispielsweise die erste Schlachtensequenz in „Gladiator“ analysiert, man möchte fast sagen seziert, dann ist das eine reine Freude, besonders wenn man bedenkt, dass dieser Streifen durchaus mit wissenschaftlichen Unterstützung und Beratung gemacht wurde.

Fazit: Wenn das antike Rom und Kino deine Themen sind, dann ist das dein Buch.

Marcus Junkelmann. Hollywoods Traum von Rom: Und die Tradition des Monumentalfilms
34,90 Euro, Zabern

Pest, Chaos & Kultur: Unterwegs im Deutschland des Dreißigjährigen Kriegs

Geschichte aus erster Hand: Der Sekretär William Crowne reiste im April 1636 mit Thomas Lord Howard, der im diplomatischen Dienst des englischen Königs stand, durch das vom Krieg verwüstete Deutsche Reich. Sein Reisetagebuch ist die Grundlage dieses Buches, das anschaulich Sitten, Alltag und das Leben in dem vom Krieg gebeutelten Land beschreibt.

Fazit: Ein Reisebericht, der zwar auch nicht ohne Herrscher und Jahreszahlen auskommt, aber einen echten Einblick in ein vergangenes Jahrhundert vermittelt.

Crowne, William. Blutiger Sommer
Eine Deutschlandreise im Dreißigjährigen Krieg

24,90 Euro, WBG

Karriere in der Arena

Noch einmal Rom: Nach „Legionär in der römischen Armee. Der ultimative Karriereführer“ legt der Primus Verlag mit „Gladiator“ die nächste Berufsfibel vor.

Sauber recherchiert, wissenschaftlich fundiert und dazu noch herrlich witzig (Matyszak ist Brite, das soll helfen) – das Buch vermag auch Nicht-Experimentalarchäologen zu begeistern.

Fazit: Wissenvermittlung fleischsaftig statt knochentrocken – so soll es sein.

 

 

Philip Matyszak. Gladiator
Der ultimative Karriereführer

19,90 Euro, Primus

 

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