Die Abenteuer eines Samurai

Bennosuke wächst unter der Aufsicht seines Onkels heran. Sein Vater? Ein Mörder. Aber auch ein Samurai. So kommt es, dass sich Bennosuke von ihm ausbilden lässt. Der Auftakt zu einem gefährlichen Leben.

Der Inhalt

Bennosuke lebt allein unter Aufsicht seines Onkels. Der Vater Munisai ist bereits seit Jahren an der Seite seines Herren Shinmen im Krieg unterwegs. Als er zurückkehrt, erfährt Bennosuke endlich, warum er ohne Eltern aufwächst. Nach einer fürchterlichen Eifersuchtsgeschichte war es sein Vater, der die Mutter tötete und noch dazu das ganze Dorf in Brand steckte.

Dennoch willigt Bennosuke ein, sich von ihm zum Samurai ausbilden zu lassen. Doch Munisai hat sich auch im Kriegseinsatz bei Shinmen Feinde gemacht und so taucht Hayato Nakato auf und fordert ihn zum Duell. Das nicht Munisai, sondern der noch sehr junge Bennosuke führt. Dabei tötet er dessen besten Krieger und schürt den Hass des Mannes nur noch weiter an, sodass er kurz darauf versucht, Bennosuke zu ermorden. Doch Hayato scheitert und verliert in dem entbrennenden Kampf einen Arm. Nun verlegt er seine Strategie auf Intrige und nimmt Munisai Leben und Ehre. Bennosuke bricht auf, um Vergeltung zu üben …

Die Kritik

David Kirk führt den Leser in die Ehrbegriffe der Samurai ein, die einer eigenen, dem westlichen Leser seltsam erscheinenden Logik folgen. R?nin ist kein Buch für Zartbesaitete, nicht nur im Kampf fließt das Blut. „Das Geschäft des Samurai ist der Tod“, das ist es, was Bennosuke von seinem Vater lernt. 

Für Samurai scheint unmöglich zu sein, am Leben zu bleiben und die Ehre zu behalten. Die Lektüre lässt beim Leser Zweifel aufkommen, ob Japan mit diesen Ehrbegriffen nicht binnen kürzester Zeit hätte entvölkert sein müssen. In R?nin gilt jedenfalls, dass jeder Fehler zu Ehrverlust führt – die einzig richtige Reaktion darauf ist der Tod durch Seppuku (ritueller Selbstmord).

Das Buch wirkt auf den ersten Blick wie ein Band eines Mehrteilers, was sicher an der Aufteilung in Titel und Untertitel liegt. „R?nin“ ist dabei als Titel durchaus einleuchtend, handelt es sich doch um den japanischen Begriff für einen Samurai ohne Herren. „Das Buch der Vergeltung“ leuchtet weniger ein, der Originaltitel „Child of Vengence“ wäre mit „Kind der Vergeltung“ ja trefflich zu übersetzen gewesen und hätte eindeutig mehr Sinn ergeben.

Sprachlich ist das Buch nicht schlecht, aber bis auf vereinzelte japanische Begriffe sehr einfach gehalten. Dadurch liest es sich sehr schnell und auch nach einer Pause ist man leicht wieder im Text. Aber sprachliche Unterschiede zwischen verschiedenen Ständen oder ein etwas poetischerer Stil hätten beim Leser einen bleibenderen Eindruck hinterlassen. 

Daniela Laatz (academicworld.net-userin)

Ronin. David Kirk.
Rowohlt. 14,99 Euro.

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