Der weiße Riese – gezähmt?

Ein US-Präsident ist zugleich eine Galionsfigur – zumindest für seine eigene Nation. Wie viele Menschen laut Hollywood sterben dürfen, nur um ihn zu retten, erfahren wir in „Olympus has fallen“. Diesmal die Bösewichte vom Dienst: Nordkorea.

Das US Kapitol - was für die einen der Regierungssitz, ist für für die anderen der weiße Wal. © Universum Film GmbH
Das US Kapitol – was für die einen der Regierungssitz, ist für für die anderen der weiße Wal. © Universum Film GmbH

Camp David, Refugium für amtierende US-Präsidenten. Der Ort, an dem die First Family rund um den Regierungschef Asher (Aaron Eckhart) die Weihnachtsfeiertage verbringt. Dann aber platzt auf dem Weg zu den Feierlichkeiten ein Reifen der präsidialen Kolonne und die Ehefrau des Präsidenten stirbt im darauffolgenden Autounfall. Der an diesem Abend verantwortliche Secret Service Agent Mike Benning (Gerard Butler) wird an einen Schreibtisch des Finanzministeriums strafversetzt. Das ist die absolute Hölle für Benning. Wobei er seine Definition von „Hölle“ bald revidieren wird.

Überraschung!

Der Hügel des Kapitol, gekrönt von der großen weißen Kuppel – die bescheidene Herberge des amerikanischen Präsidenten. Vermutlich eines der am meisten fotografierten Gebäude der Welt. An einem Tag wie jedem anderen mit hunderten von Touristen. Nur, dass gerade heute der südkoreanische Regierungschef erwartet wird, um die aktuelle Konfliktsituation mit Nordkorea zu erörtern. Klitzekleines Manko in der Tagesplanung: Eine Garde gut organisierter, nordkoreanischer Terroristen, die das Kapitol innerhalb von 13 Minuten einnehmen. Ihr Plan läuft perfekt – doch natürlich haben sie nicht mit Mike Bennings gerechnet, der sich ihnen voller Heldenmut und vermeintlich markanten Heldensprüchen in den Weg stellt.

Mr. President und sein Buddy. Die etwas andere Beziehung. © Universum Film GmbH
Mr. President und sein Buddy. Die etwas andere Beziehung. © Universum Film GmbH

Die Kritik

Kleine Erholung: Der Bösewicht ist weder Russland noch ein islamisches Land, oder sollen die Russen provoziert werden. Der böse rote Klassenfeind des Westens hat sich in Hollywood also auf den asiatischen Raum verlagert. Es geht auch nicht darum, eine Atombombe zu zünden. Von daher ist das grundlegende Plotting schon mal etwas abwechslungsreicher gestaltet, als man es so manch anderes Mal durchmachen musste.

Ein bisschen lächerlich wirkt es bisweilen schon, wie Butler in vielen seiner Nahaufnahmen mit dem Terroristen über ein schniekes Headset redet – und dabei ganz furchtbar „markant“ Sprüche reisst. Das funktioniert einfach noch nicht so richtig. Ein dezentes „Ja ist gut, du bist der Held, wir wissen Bescheid, mach weiter im Text!“ flitzt einem da öfters mal durch die Gedanken. Sonst gibt es nicht wirklich viele Dialoge, dafür aber jede Menge Action. Das sorgt immerhin für kurze Weile und unterhält, wie man es von einem ähnlich langen Streifen erwartet. Mit 124 Minuten Laufzeit ist so ein Feierabend mit „Olympus has fallen“ dann auch tatsächlich gut versorgt.

Man kommt allerdings schon ins Grübeln, wie viele Menschen denn theoretisch sterben dürfen/sollen/müssen, nur um einen einzelnen Mann zu retten. Kann ein Präsident das tatsächlich wert sein?

Fazit: Kein stumpfer, sondern ein gut gestrickter Action-Film, der auch nicht eingefleischte Fans dieses Genres zu unterhalten weiß.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Olympus has fallen

Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Angela Bassett, Dylan McDermott und Morgan Freeman
Im Handel: 15. November 2013
Extras: Interviews mit Cast und Crew, B-Roll, Gerard Butler in München, Featurettes und Making Of

Im Verleih der Universum Film GmbH
https://www.facebook.com/OlympusHasFallenMovie

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