Der unsympathische Sympath – Sebastian Bergmann ermittelt

Um den Tod seiner Frau und seines Kindes zu vergessen, stürzt sich der Psychologe Sebastian Bergmann in sexuelle Abenteuer. Gleichzeitig hat er als Berater der Polizei einige knifflige Fälle zu lösen und brutale Killer zu fangen …

Neustart eines Traumatisierten

Tatsächlich ist Sebastian Bergmann Psychologe, dabei braucht er ganz dringend selbst einen. Traumatisiert vom schrecklichen Tod seiner Frau und der gemeinsamen Tochter versucht er sich von den Erinnerungen abzulenken. Die beste Methode: Sex. Aus diesem Grund ist er ständig auf der Suche nach Frauen, die ihm helfen, die Ereignisse für kurze Zeit zu vergessen.

Ein Geheimnis kommt ans Licht

Als er anlässlich des Todes seiner Mutter in sein Elternhaus zurückkehrt, erfährt er durch Zufall, dass er noch eine zweite Tochter hat. Voller Hoffnung, vielleicht noch eine zweite Chance als Vater zu bekommen, beschließt er, sie zu suchen. Da kommt ihm sein ehemaliger Kollege Trolle wie gerufen. Er überredet den Polizisten ihm einen Job zu geben, da er hofft durch diese Tätigkeit einfacher an Informationen zu seiner Tochter zu gelangen. Trolle muss sich gerade mit einem kniffligen Fall herumschlagen.

Der Fall

Ein Schüler eines Elitegymnasiums wurde brutal ermordet und ohne Herz in einem Waldstück aufgefunden. Obwohl die Polizei im Dunkeln tappt, sind weder Trolle noch der Rest des Ermittlerteams von Bergmanns Hilfsbereitschaft begeistert – eckt er doch durch sein arrogantes und anzügliches Verhalten immer wieder an. Da hilft es scheinbar auch nicht, dass Bergmann dem Täter immer näher kommt …

Charaktere mit Tiefgang 

Die Stärke der Sebastian-Bergmann Romane liegt in erster Linie bei den interessanten und detaillierten Charakteren. Ihrer Schilderung wird auch der größte Teil der Erzählung gewidmet. Der Psychologe, der keine Gelegenheit für ein sexuelles Abenteuer auslässt und Frauen nur als Ablenkung benutzt, ruft im Hörer zwigespaltene Gefühle hervor. Zum Einen erweckt er Abneigung und Unverständnis, zum Anderen erregt er durch sein Schicksal Mitleid und übt durch seine Haltung ebenso eine gewisse Faszination aus. Aber auch die anderen Figuren des Ermittlerteams zeigen sich tiefgründig mit ganz unterschiedlichen Charakterzügen. 

Rahmenhandlung an erster Stelle

Der eigentliche Fall des toten Jungen, der auf so brutale Weise ums Leben gekommen ist, tritt ein wenig in den Hintergrund. Trotzdem kann auch diese Binnenhandlung mit einigen überraschenden und spannenden Wendungen aufwarten.

Am Ende des ersten Romans erfährt Bergmann mit großer Überraschung, wer seine Tochter ist. Mit dieser Erkentniss endet die Geschichte und erhält somit die Spannung und Neugierde für den nächsten Fall.

Douglas Welbat ist der Sprecher des Romans und verleiht der Hauptfigur des eigensinnigen Psychologen eine ganz eigene stimmliche Note.

Fazit: Eine gelungene Hörbuch-Fassung eines spannenden Schwedenkrimis – was will man mehr? 

Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt. Der Mann, der kein Mörder war.
Audiobuch 2012.

Psychologe trifft Psychopath

Auch in seinem zweiten Fall, wird es für Sebastian Bergmann wieder sehr persönlich. Diesmal treibt ein irrer Serienkiller sein Unwesen, der ausschließlich Frauen ermordet, mit denen der Psychologe geschlafen hat – und davon gibt es ja bekanntlich viele. Hinzu kommt, dass die Vorgehensweise sehr an den verurteilten Mörder Hinde erinnert, den Bergmann vor Jahren ins Gefängnis brachte. Doch der sitzt – wer also verfolgt Bergmann auf diese schreckliche Weise?

Der Unbeliebte im Team

Trotz seines Erfolgs im vergangenen Fall, ist das Ermittlerteam noch immer wenig begeistert von der Anwesenheit des egozentrischen Bergmanns, kann jedoch auch diesmal nicht auf seine Mithilfe verzichten. Dabei muss Bergmann nicht nur seine Verflossenen schützen – auch seine Tochter ist in großer Gefahr, denn der Täter kommt der jungen Frau gefährlich nah und Bergmanns Geheimnis droht aufzufliegen.

Spannender Kampf mit dem Serienkiller

Den Autoren gelingt es auch in diesem Roman die Rahmenhandlung um den traumatisierten Psychologen weiter zu spinnen und spannend zu halten. Doch auch der Binnenhandlung kommt diesmal eine größere Bedeutung bei, vor allem dadurch, da sie mit der Rahmenhandlung verwoben wird, indem Bergmanns Tochter in die Fänge des Serienmörders gerät. Ihren Höhepunkt erfährt die Spannung im Showdown zwischen dem Psychologen und dem Killer. 

Douglas Welbat, der auch diese Hörbuchfassung gesprochen hat, versteht es, der Spannung mit seiner Stimme besonderen Ausdruck zu verleihen. Zudem passt seine Klangfarbe sehr gut zur Hauptfigur Bergmann.

Fazit: Insgesamt ist der Fall dieses Romans sehr spannend und überrascht mit einigen Wendungen. Die Hörbuchfassung ist ein Hit für Krimifans.

Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt: Die Frauen, die er kannte.
Audiobuch 2012.

MTS, academicworld-userin

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