Der lange Kampf zurück

Vom freien Mann zum Sklaven in nur einer durchzechten Nacht – das war das Schicksal des Solomon Northup. Nun gibt es seinen harten Kampf zurück ins Leben auch als Film. Drei Oscars gab’s dafür, unter anderem für den besten Film. Ab 16. Mai auf DVD und Blu-ray.

Der lange Kampf zurück
Vom Musiker zum Baumwollpflücker – Kulturschock inklusive. © TOBIS Film

Verschleppt, verprügelt und verzweifelt

„Ich will nicht überleben, ich will leben“, sagt Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) am Anfang seiner 12 Jahre als Sklave noch. Da kann er sich aber auch noch nicht im Entferntesten vorstellen, was da auf ihn zukommt. Sein bisheriges Leben hat der dunkelhäutige Geiger nämlich als freier und angesehener Mann in Saratoga/New York verbracht. Nichts hat er sich dabei gedacht, als ihn zwei fremde Männer für einen Auftritt im fernen Washington engagieren und im Anschluss daran auch noch einen trinken gehen wollen mit ihm. Umso größer der Schock, als er am nächsten Morgen in Ketten und ohne Papiere zu sich kommt. Die beiden haben ihn unter Drogen gesetzt und als Sklaven verkauft.

Fortan muss Solomon ohne jegliche Rechte Fronarbeit auf den Plantagen Louisianas leisten. Besonders unter den Launen des brutalen Besitzers Edwin Epps (Michael Fassbender) hat er zu leiden. Aber er muss durchhalten, schließlich will er seine Familie wiedersehen, wieder als freier Mann leben.

Bestes Hollywoodkino

Die Geschichte, die Regisseur Steve McQueen hier erzählt, hat sich wider alle Wahrscheinlichkeit tatsächlich so abgespielt. Sie beruht auf dem gleichnamigen Buch, das der echte Solomon nach seiner Befreiung im Jahre 1853 verfasst hat. Der Film hat völlig zu Recht den begehrten Oscar als bester Film geholt. Zu bewegend die Geschichte, zu berauschend die Bilder, zu brillant die Darsteller, um nicht bedacht zu werden. Auch wenn die grandiose Herren-Riege leider leer ausging.

Der lange Kampf zurück

Allerdings hat sich McQueen mit seinem neuesten Werk nicht nur thematisch Hollywood angenähert. Ein wenig fehlt dem Film die Wucht, die Intensität, die „Shame“ und „Hunger“ so eindrucksvoll machten. Das, was er abliefert, ist immer noch großes Kino, aber eindeutig ein Schritt weg vom Arthouse in Richtung massen-kompatibel. Bei diesem Thema vielleicht aber die richtige Wahl. Damit sollen sich ruhig viele Zuschauer auseinandersetzen.

Gisela Stummer (academicworld.net)

12 years a slave

Regie: Steve McQueen
Darsteller: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Brad Pitt, Benedict Cumberbatch, Lupita Nyong’o  

Ab 16. Mai im Vertrieb von TOBIS Film auf DVD und Blu-ray.

Share.