Der Ghostwriter: Die Wahrheit hinter den Namen

Roman Polanski hat diesen mit Preisen hoch dekorierten Film während seines Hausarrestes in der Schweiz fertig geschnitten … man mag das Gefühl haben, dass etwas vom beklemmenden Gefühl des Eingesperrt und Ausgeliefert seins auch in den Film hineingefunden hat. Jetzt noch einmal neu aufgelegt in der exklusiven Steelbox.

Ein lupenreiner Demokrat - Ex-Premier Adam Lang? Bilder: Kinowelt
Ein lupenreiner Demokrat – Ex-Premier Adam Lang? Bilder: Kinowelt

Ein Politthriller der alten Schule

„Der Ghostwriter“ ist der Titel dieses gut inszenierten – vielleicht phasenweise etwas überinszenierten – Politthrillers der alten Schule. Der Film liefert alles was das Genre verlangt: unvorhersehbare Wendungen (bis zum Schluss), weltweite politische Ränkespiele, schlaglichtartige Brutalität, ein gewisses Maß an Undurchschaubarkeit der Charaktere, fiese Verschwörungen und der Protagonist dem ganzen relativ hilf- und wehrlos gegenüberstehend. Polanski präsentiert das ganze in stilvollen, kalten, harten Bildern und Umgebungen, spiegelt die Härte der Handlung noch einmal eindrucksvoll.

Der ehemalige britische Premierminister Adam Lang (Pierce Brosnan) – Ähnlichkeiten zu lebenden Persönlichkeiten natürlich durchaus beabsichtigt – lässt seine Memoiren schreiben. Dummerweise segnet der dafür beauftragte Ghostwriter alsbald das Zeitliche – Mord oder Selbstmord, das ist hier die Frage … Ein nicht benannter Neuer (Ewan McGregor) bekommt von seinem Manager den gut bezahlten Job vermittelt. Um sich mit dem Politiker bekannt zu machen und auch zum Schreiben soll er in das amerikanische Ferienhaus Langs übersiedeln. Man kann sich angenehmere Ort vorstellen, als diesen komplett überwachten Glaspalast, den die Unterlagen nicht verlassen sollen. Wie sich bald herausstellt aus gutem Grund, denn das bisherige Manuskript scheint eine brisante Geschichte ans Licht zu bringen.  

Der zunächst vom Geschehen und auch der Person seines Auftraggebers reichlich unbeeindruckte „Ghost“ begibt sich bald auf Ermittlungstour, als Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen gegen seinen Auftraggeber eingeleitet werden. Langsam aber stetig kommt der von Polanski ruhig inszenierte, aber deshalb nicht minder fesselnde Thriller in Fahrt. Vieles im Leben Langs ist offenbar nicht so, wie es auf den ersten Blick wirkt. Eine Gefahr auch für ihn?

 

Rezension: Der Ghostwriter
Foto © Kinowelt

 

 

Darsteller: Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Kim Cattrall, Eli Wallach, James Belushi

Regisseur: Roman Polanski

123 Minuten (2010)

 

 

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