Der Geist der Vergangenheit in „I`ll never get out of this world alive“

Der Debütroman des bekannten Countrysängers Steve Earle trägt denselben Namen wie sein letztes Album: I`ll never get out of this world alive. Und auch in der Geschichte spielt das Thema Geister der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Country Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.

Buchcover zu „I’ll never get out of this world alive“ © Karl Blessing Verlag

Ein Arzt vom Geist verfolgt
Als einst erfolgreicher Arzt, schlägt sich Doc ohne Zulassung in San Antonio, Texas, mit illegalen Abtreibungen durch. Er wird von schweren Schuldgefühlen geplagt, seit sein enger Freund und berühmtester Patient Hank Williams, der größte Countrymusiker aller Zeiten, mit einer Mischung aus Alkohol und Morphium im Blut auf dem Rücksitz seines Cadillacs starb. Seitdem wird Doc außerdem von Hanks zänkischem und ruhelosem Geist verfolgt, der ständig seine ungeteilte Aufmerksamkeit fordert.

Da tritt plötzlich das Mädchen Graciela in Docs Leben. Hank ist zunächst überhaupt nicht begeistert, denn seit sie da ist, passieren seltsame Dinge: Prostituierte, die zu Docs besten Kundinnen gehören, geben ihren Beruf auf, Wunden heilen wie von selbst. Damit wird Doc mehr öffentliches Interesse zuteil, als er sich wünscht …

Im Stil des Steve Earle …
Man nehme einen kleinen Ort im Süden der USA, nahe der mexikanischen Grenze. Man füge hinzu: einen Straßenstrich, die Drogenmafia, Korruption, ein wenig mexikanischen Hokuspokus und Mr. Hank Williams Sn. Persönlich.
Das Buch ist alles in allem keine wirklich große Überraschung, aber es ist gut und flüssig zu lesen – zudem ist es ganz im Stil des Steve Earle geraten. Das ist nicht wirklich schlimm, Earle ist durchaus talentiert. Andererseits ist es eben auch kein ganz großer Bringer. Eben nett für Zwischendrin. Empfehlenswert für Fans von Country und Aberglauben.

(Nadine Seidel, academicworld userin)

Steve Earle. I’ll never get out of this alive.

19,95 Euro, Karl Blessing Verlag.


Stand: Oktober 2011

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