Der einsame Wolf

Seit er sich 2000 in die Rolle des unverwundbaren Mutanten Wolverine versetzt hat, hat die Figur Hugh Jackman nicht wieder losgelassen. Nun mimt er im zweiten Solofilm erneut den gequälten Helden. Ab 25. Juli im Kino.

Der einsame Wolf
Wolverine muss im Kampf gegen so ziemlich jedes Japan-Kampf-Klischee antreten: Ninjas, Yakuza, Maschinen & Co. © 2013 Twentieth Century Fox

Yakuza, Ninjas und Roboter

Nach dem Tod seiner geliebten Jean Grey (Famke Jansen, im 3. X-Men-Film) hat sich Logan alias Wolverine (Hugh Jackman) in die Wildnis zurückgezogen. Zusammen mit einem Transistorradio und einem kleinen Vorrat an Whiskey versucht er die Vergangenheit zu vergessen. Und wer den unverwundbaren und nicht alternden Marvel-Helden kennt, der weiß, dass das eine ganze Menge Vergangenheit ist. An seinem ewigen Leben ist ihm nichts mehr gelegen, weiß er doch, dass er, egal wie viele Schlachten er auch schlägt, am Ende die, die er liebt verlieren wird und mit diesem Verlust auf immer leben muss. Aus diesem selbstgewählten Asyl holt ihn die rothaarige Japanerin Yukio (Rila Fukushima) wiederwillig heraus. Ein Mann (Hal Yamanouchi), dem er im 2. Weltkrieg das Leben gerettet hat liegt im Sterben und will sich vom einstigen Retter verabschieden. Wie sich nach der Ankunft im Land der aufgehenden Sonne herausstellt, will der todkranke Yashida aber eigentlich etwas ganz anderes von Logan.

Und ehe der sich versieht, befindet er sich auf einer neuen Mission. Er versucht Yashidas Enkelin Mariko (Tao Okamoto) zu beschützen. Und die junge Dame braucht reichlich Schutz. Ein mieser Verlobter, ein Yakuza-Clan, Horden von Ninjas und am Ende auch noch ein gigantischer Roboter aus Adamantium, dem nahezu unzerstörbaren Metall von Wolverines Klauen, kreuzen den Weg der beiden. Klar, dass der ein oder andere Kampf da nicht ausbleibt. Dabei werden vor allem die Gegensätze stark betont, die das Leben im heutigen Japan bestimmen. Aus den hochtechnisierten Metropolen geht es hinaus aufs beschauliche Land, traditionelle Kampfkunst trifft auf Hightech-Waffen, die wehrhafte Yukio auf die schutzbedürfige Mariko. Und immer mitten drin im Geschehen: Wolverine. 

Action und Tiefgang mit Luft nach oben

Der neuste Trend des Sommer-Actionkinos? Zug-Action. Was in Lone Ranger (ab 8. August im Kino) den Zuschauer fesselt und unterhält zugleich funktioniert auch hier: Erbitterte Kämpfe und rasante Verfolgungsjagden auf einem fahrenden Zug. Leider ist das hier neben einer Kampfsequenz mit zahllosen Ninjas in einem verschneiten japanischen Bergdorf auch schon die einzige Actionsequenz im Film, die überzeugen kann. Zu unübersichtlich und belanglos wirkt insbesondere der Showdown. Dafür hat Jackman reichlich Gelegenheit die gut-trainierte Bauchmuskulatur zu präsentieren, den irgendwie scheint die Kampfwahrscheinlichkeit spontan zu steigen, sobald Wolverine sein Hemd auszieht. Soviel Logik steckt in der Motivation der Schurken leider nicht. Deren Handeln bleibt größtenteils im Dunkeln und auch die Ausleuchtung der Seelentiefen des Helden, derentwegen man ja unbedingt noch einen Film über den Helden mit den Adamantium-Klauen machen wollte, bleibt oberflächlich. Unterhaltsam ist vieles davon schon gemacht, aber hinterfragt sollte annähernd nichts werden und innovatives Actionkino mit Anspruch – wie man es aus den Anfängen der Reihe kennt – ist das längst nicht mehr. 

Der einsame Wolf

Also: Für Superhelden-Fans natürlich ein Muss, für Fans von Hugh Jackmans Waschbrettbauch absolut sehenswert, für alle anderen leichte Sommerunterhaltung ohne große bleibende Eindrücke.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Wolverine: Weg des Kriegers

Regie: James Mangold
Darsteller: Hugh Jackman, Hal Yamanouchi, Tao Okamoto, Rila Fukushima

Im Verleih von 20th Century Fox ab 25 Juli 2013 im Kino

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