„Dem überwältigenden Zauber der Forschung erlegen“

„Die Insel des Dr. Moreau“ Ein echter Horror-Klassiker vom Vater der „Zeitmaschine“. Jetzt neu aufgelegt von dtv.

Rezension "Die Insel des Dr. Moreau"

Edward Prendick überlebt ein Schiffsunglück und landet auf einer Insel, auf der ein gewisser Dr. Moreau sonderbare und unheimliche Experimente an Tieren durchführt. Die Insel ist voll von monströsen Tiermenschen, die Edward Prendick in Angst und Schrecken versetzen, doch eine Flucht von der Insel scheint unmöglich, und schließlich verliert Dr. Moreau die Kontrolle über seine Forschungsobjekte. 

Zeitloses Thema 

Man mag kaum glauben, dass man es hier mit einem Roman zu tun hat, der bereits mehr als 100 Jahre alt ist, denn das Thema ist in Zeiten der Stammzellen- und der Genforschung ebenso aktuell wie erschreckend. Wie weit darf man im Namen der Forschung gehen? Wo werden die Grenzen zum Unethischen und zum Gefährlichen überschritten? Darf man, muss man sich über diese Grenzen hinwegsetzen, solange es einem höheren Ziel dient?

Durch Wells‘ detailreiche Beschreibungen der handelnden Personen, der Orte und der Geschehnisse kann man sich als Leser ein genaues Bild der Insel, der Geschöpfe und der ausweglosen Situation machen. Auch die Stimmungen auf dem Schiff und auf der Insel werden perfekt eingefangen, die Gefühle der Protagonisten glaubwürdig und überzeugend wiedergegeben. Das Resultat ist ein spannungsgeladener Roman, der eine Zukunftsvision bietet, die in Ansätzen bereits Wirklichkeit geworden ist und die so für zusätzliche Gänsehaut sorgt. 

Mein Resümee: Mein erstes, aber sicherlich nicht mein letztes Buch von H.G. Wells. Sehr empfehlenswert!

Romy H. (acacademicworld.net-Userin)

H. G. Wells. Die Insel des Dr. Moreau
8,90 Euro. Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)

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