Crying Freeman – Der Sohn des Drachen

Yo trifft Emu und beide verlieben sich. Dabei geht aber einiges in Flammen auf und nicht jeder überlebt. Ein verkannter Actionklassiker.

 

Rezension zu "Crying Freeman - Der Sohn des Drachen"
Yo zeigt, was so ein Töpfer alles drauf hat

Wer sich beim Schauen denkt „Zeitlupenstudien von Kämpfen und fliegenden Kugeln…gab’s das nicht schon bei Matrix?“ der sollte mal eben einen Blick auf die Jahreszahlen werfen. In Christoph Gans‘ verkanntem Actionklassiker waren nämlich schon 4 Jahre vor dem ersten Matrixteil der Wachowski-Brüder ähnlich virtuos choreographierte Kampf- und Schießszenen. Kinowelt legt den Film aktuell neu auf – auch in der ungeschnittenen Version ohne Jugendfreigabe – nebenbei bemerkt schwer nachvollziehbar, diese Einstufung.

Der Killer und die Malerin

Wenn Killer Yo (Mark Dacascos) sich der Malerin Emu (Julie Condra) vorstellt wirkt das nicht gerade wie der Auftakt zu einer stürmischen Liebesbeziehung. Denn gerade eben wurde Emu Zeugin, wie er drei Menschen umgebracht hat. Dass er sich ihr namentlich vorstellt gilt als Zeichen dafür, dass ihre Lebenszeit abgelaufen ist. Aber nicht nur deshalb geht ihr der Mann, der bei seinem kaltblütigen Morden eine Träne vergoß, nicht mehr aus dem Kopf.

Als die beiden verwaisten Einzelgänger, die mehr gemeinsam haben, als es zunächst scheint, sich bei seinem nächsten Einsatz wieder sehen, ohne dass Emu dabei ihr Leben lässt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn mit der Entscheidung sie zu schonen, bringt er seine Auftraggeber gegen sich auf und seine Feinde auf seine Spur.

Rezension zu "Crying Freeman - Der Sohn des Drachen"
© Kinowelt

Elegant und stilvoll inszeniert

Der Film spielt in zwei Welten, die auch entsprechend kontrastreich gezeigt werden. Der Anfangsteil in Nordamerika mit moderner Großstadtkulisse und mächtigen Schießeisen wird in deutlichen Kontrast zum asiatischen Setting der zweiten Hälfte gesetzt. Dort werden dann in traditionsreicherer Umgebung auch körperlich anspruchsvolle Kampfkunst oder Pfeil und Bogen bzw. das Schwert eingesetzt.

Die elegante Inszenierung erinnert bisweilen an den ein oder anderen Film von John Woo, aber trotz der Ähnlichkeiten zu heute bekannter Actionfilmen bewart sich der „Crying Freeman“ eine gewisse Eigenständigkeit in der Inszenierung, die noch immer beeindruckt. Ein Film für alle, die eine stilvoll durchchoreographierte Schießerei, wie in Matrix oder Kurt Wimmers „Equilibrium“ (2002) zu schätzen wissen.

 

Regie: Christophe Gans

Darsteller: Mark Dacascos, Julie Condra, Rae Dawn Chong, Byron Mann, Yôko Shimada

Länge: 97 Minuten (ohne Jugendfreigabe), Version FSK 16: 92 Minuten

 

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