Chris Mooney: Invisible

In Chris Mooneys neuem Roman „Invisible“ hat er sich erfüllt, der Traum nach der Unsichtbarkeit. Doch ist das wirklich etwas Gutes?

Von unsichtbaren Anzügen und geheimen Machenschaften

Unsichtbar (Invisible) sein! Wer träumt manchmal nicht auch davon? Steve Conway, CIA Agent einer Spezialeinheit, bald nicht mehr: Angel Eyes, ein Wahnsinniger, bemächtigt sich seit Jahren den hochentwickelten Waffen, die im CIA per Prototyp gebaut werden. Und unsichtbar zu sein ist um Längen besser als Laserwaffen, die blind machen können?

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Unverkennbar Mooney! Er setzt sich mit der Materie, die er in manchen Teilen recherchiert hat, wie sein Nachwort beweist, auseinander und lässt seine Charaktere sich auf das Spiel mit dem Anzug, der unsichtbar machen kann, einlassen. Dabei wirkt es schnell so, dass diese ein Eigenleben entwickeln samt Vergangenheit und beängstigender Gegenwart.

Mooney prangte vor Jahren auf allen Plakaten: Sein Debüt um die Agentin Darby McCormick ?Victim? war in aller Munde. Und wahrlich: Es schockte, es ließ aufschrecken und war an Brutalität und makaberer Menschenkenntnis nicht zu überbieten. Mit seinen Werken ?Missing? und ?Secret? hat er zudem solide Thriller vorgelegt, die sich unabhängig von Darby mit anderen Themen befassen. Auch hier ist er ein Pageturner und unterhält den Leser bis zum letzten Wort.

Unterhaltsame Machtspielchen

Mit ?Invisible? hat er einen anschaulichen Thriller vorgelegt, der sehr viel hinterfragt. Zuerst steht natürlich die Macht im Vordergrund, die Unsichtbarkeit unter Umständen bieten kann. Zudem sind aber auch die Personen stark davon abhängig gemacht worden, die mit der Macht durchaus etwas anfangen können ? das macht uns Mooney anhand seiner Protagonisten deutlich. Weiterhin zielt er auf die Vergangenheit der Welt (hier der gern genommene Nationalsozialismus) und die Zukunft ab, wenn man sich schon damals hätte unsichtbar machen können.

Außerdem ? und da sind wir auch schon bei unserem Hauptprotagonisten ? bietet er auch einen Antikämpfer. Einen Helden, der bald nur noch diesen Anzug vernichten will. Und dieses Spiel im Gesamten betrachtet bietet einen hohen Unterhaltungsfaktor, der mir ausgesprochen gut gefiel.

Mooney hat seinem Namen wieder alle Ehre gemacht und mich nicht enttäuscht. Das Ende fällt etwas anders aus, als für mich persönlich erhofft, bleibt so aber realistisch und passt zur lesbaren und durchdachten Story.

560 Seiten
rororo (1. Februar 2011)
9,99 Euro


Stand Februar 2011
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