Bruderkampf bis zum Ende

Ein Film über zwei Brüder und ein Mixed-Martial-Arts-Tunier – das klingt zunächst nach einem weiteren stumpfen Actionfilm mit sinnfreien Dialogen. Ein zweiter Blick lohnt jedoch. „Warrior“ ist viel mehr als nur ein stupider Hau-Drauf Film. Ab dem 24.02.2012 ist der Film auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

Die Vergangenheit ruht nicht

Paddy Conlon traut seinen Augen kaum, als eines Abends plötzlich sein Sohn Tommy vor seiner Tür steht. Er hofft auf eine Versöhnung mit seinem Sohn, dem er nie ein guter Vater war, da er jahrelang dem Alkohol verfallen war. Doch statt der erhofften Versöhnung hat der Ex-Marine Tommy anderes im Sinn. Er berichtet Paddy von seinem Vorhaben bei dem Mixed-Martial-Arts-Tunier „Sparta“ mitzumachen. Paddy soll ihn dafür fit machen. Als ehemaliger Profiboxer, hatte er Tommy bereits in früher Kindheit trainiert und einen erfolgsversprechenden Ringer aus ihm gemacht, bevor der Alkohol die Beziehung zwischen Vater und Sohn zerstört hat und Tommy zu den Marines gegangen ist, wo er eine Ersatzfamilie gefunden hat.

Tommy will das Turnier unbedingt gewinnen, da er das Preisgeld der Frau eines seiner im Krieg im Irak gefallenen Kameraden schenken will. Diesem hatte er versprochen sich um dessen Frau zu kümmern, sollte er im Kampf fallen. „Sparta“ ist das Event unter den Mixed-Martial-Arts Kämpfen. Die besten Kämpfer aus der ganzen Welt kommen dort zusammen. Unter ihnen ist auch Tommys Bruder Brendan, der als Ersatzmann einspringen darf. Auch die Beziehung zwischen den Brüdern ist belastet, da Tommy Brendan nie verziehen hat, dass dieser sich schon früh für seine Frau entschieden hat und Tommy mit seiner kranken Mutter alleine zurück gelassen hat.

Große Not

Brendan ist Lehrer und ein ehemaliger erfolgloser Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Als die Bank jedoch mit der Zwangsversteigerung droht, ist er gezwungen schell Geld zu verdienen. „Sparta“ scheint auch für ihn die einzige Lösung seiner Probleme zu sein, da er nach einem Kampf vor einem Strip-Club auch seinen Job als Lehrer verloren hat. Bendan beginnt verbissen zu trainieren. Aber hat er wirklich den Hauch einer Chance gegen die anderen professionellen Fighter? Zunächst glaubt das niemand. Doch Brendan gelingt es schnell, die Zuschauer und Gegner eines besseren zu belehren. Er gewinnt Kampf für Kampf. Sein Willen alleine scheint Berge zu versetzen. Doch im Finale wartet ein ganz besonderer Gegner – sein Bruder Tommy. Wer wird den Kampf für sich entscheiden?

Tolle Leistung

Gavin O´Connor ist mit Warrior ein beeindruckendes Sportlerdrama gelungen, das tolle Kampfszenen bietet, aber auch mit einer tiefgründigen Story glänzen kann. Er zeichnet ein beeindruckendes Porträt einer kaputten Familie, die plötzlich auf ungewöhnliche Weise wieder zusammen findet. Besonders interessant ist dabei die Rolle von Nick Nolte, der sehr glaubwürdig den ehemaligen Profiboxer Paddy Conlon verkörpert, der als Folge des Krieges traumatisiert zurück gekehrt ist und sein Leid im Alkohol ertränkt hat, was seine ganze Familie zerstört hat. Sein Kampf um seine beiden Söhne, die scheinbar nichts mehr für ihn übrig haben, wird sehr glaubwürdig inszeniert und auch sein kurzzeitiger Rückfall in die Sucht ist sehr überzeugend. Sehr amüsant ist dabei seine innere Zerrissenheit, als sich seine beiden Söhne im Ring gegenüberstehen. In dem Moment empfindet man plötzlich doch Sympathie für diesen armen Mann, der seine Söhne eigentlich beide sehr liebt, es ihnen aber nie zeigen konnte.

Bruderzwist

Daneben ist die Dynamik in der Beziehung zwischen den beiden Brüdern sehr spannend. Tommy will nichts mehr von seinem großen Bruder wissen. Nicht einmal der Umstand, dass Brendan die Zwangsversteigerung droht und die Krankheit einer seiner Töchter das Familienglück zusätzlich belastet, interessiert ihn. Brendan bemüht sich zwar einen Draht zu Tommy herzustellen, aber kommt nicht an ihn heran. Wird das Turnier etwas an der Beziehung der beiden ändern? Um das zu erfahren, muss man den Film schon selbst schauen …

Tolle Kampfszenen

Was mir sehr gefallen hat, sind neben der spannenden Story sicherlich die toll choreographierten Kampfszenen. Hier waren echte Spezialisten am Werk. Die Kämpfe sind technisch ansprechend. Es zeigt sich wieder mal, dass im Mixed-Martial-Art nicht unbedingt der stärkste Kämpfer gewinnen muss. Technik ist sehr entscheidend. Schön ist, dass das Finalturnier nicht nur kurz am Ende des Films abgehandelt wird, sondern das das Event sehr ausführlich gezeigt wird. Obwohl der Film mit 140 Minuten recht lang ist, wird er so nie langweilig. Spannung bis zum Schluss ist hier garantiert.   

Fazit: Tolles Sportdrama mit super Schauspielern, ansprechenden Kampfszenen und einem guten Plot. Auch Pazifisten unbedingt zu empfehlen.

Thomas Hepp (academicworld-User) 


Warrior

Regie: Gavin O`Connor

Darsteller: Nick Nolte, Kevin Dunn, Tom Hardy, Joel Edgerton

Im Universum Film Verleih

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