Brothers – ab 24.6. 2011 auf DVD- und Blu-ray!

Sie sind Brüder, sie lieben sich und sind doch so verschieden. Jim Sheridans amerikanische Neuverfilmung des dänischen Dramas „Brødre“ ist alles andere als leichte (Film-)Kost, aber allemal sehenswert.

 

 

© Lorey Sebastian

Grenzen der Menschlichkeit

Die Cahills sind eine echt amerikanische Militärfamilie. Vater Hank (Sam Shepard) ist Militärveteran und hat mit seiner Glorifizierung des Militärs vor allem Sohn Sam (Tobey Maguire) deutlich geprägt, der bei den Marines dient. Der zweite Sohn, Tommy (Jake Gyllenhaal), ist sogesehen zu Anfang das schwarze Schaf der Familie. Kurz vor dem Abflug in Richtung Afghanistan holt Sam ihn aus dem Gefängnis ab, wo er wegen schweren Raubüberfalls drei Jahre zubrachte. Sams Frau Grace (Natalie Portman) und die Töchter Isabelle und Maggie sind keine allzu großen Fans des „verlorenen Bruders“.

Als die Familie zu Hause aber die Nachricht erreicht Sohn, Vater, Ehemann Sam sei bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen, erweist gerade Tommy sich als unschätzbare Stütze für die einsamen „Mädchen“, die ihn bald ins Herz schließen. Es scheint langsam, als habe sich die Lage stabilisiert, da bekommt Grace einen folgenreichen Anruf: Sam lebt!

Stimmungsvolles Drama in ruhigen Bildern

Der Schwerpunkt des Films liegt auf den Auswirkungen des Krieges auf die „Zurückgebliebenen“ – und das schon in der zweiten Generation. Zwar wird schlaglichtartig auch immer wieder Sams Gefangenschaft thematisiert, doch auch hier mehr in Hinblick auf die späteren Auswirkungen. Eindrucksvoll zeigt die Geschichte, wie schwer die traumatischen Erlebnisse nicht nur für denjenigen sind, der unmittelbar damit konfrontiert wurde, sondern auch für seine Umwelt. Gepaart wird das Ganze mit den epischen Konflikten zwischen Eltern und Kindern einerseits und zwischen Geschwistern andererseits, jeweils gedoppelt. Die titelgebenden Brüder Sam und Tommy schwerpunktmäßig, immer wieder gespiegelt aber auch in den Schwestern Isabelle und Maggie.

Jim Sheridan ist ein durchaus bewegendes Drama gelungen, das den Zuschauer mit einigen kniffligen Fragen an sich selbst zurück lässt. Kein Konsumfilm, sondern einer mit „Mehrwert“ und vor allem mit beachtlichern Schauspielleistungen und stimmungsvollen, ruhigen Bildern, egal wie wenig ruhig es unter der Oberfläche brodelt. Denn der Krieg wurde nicht in Afghanistan zurück gelassen – vielleicht ein wenig arg amerikanisch das Ganze, aber sonst gelungen.

Regisseur: Jim Sheridan

Darsteller: Tobey Maguire, Jake Gyllenhaal, Natalie Portman, Sam Shepard, Clifton Collins, Jr., Mare Winningham, Bailee Madison, Taylor Grace Geare
104 Minuten (2009)

DVD- und Blu-ray-Release: 24.06.2011

 

 

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