Be webwise: Bewertungen online – alles nur Fake?

Verbraucher und Kunden haben auf Portalen, wie Holidaycheck, Kununu oder Amazon die Gelegenheit, ihrer eigenen Meinung über die jeweilige Ware oder Dienstleistung Ausdruck zu verleihen. Doch wie verlässlich und objektiv sind diese Bewertungen tatsächlich?

Bewertet er ehrlich oder ist er gekauft? aboutpixel.de / mickey mouse © Sebastian Thanner

Der Meinung der Konsumenten bezüglich angebotener Waren und Dienstleistungen kommt im Rahmen der Marken- und Produktwahrnehmung und damit auch bezüglich der Kaufentscheidung eine erhebliche Rolle zu. Bewertungsplattformen können daher als „Stimme der Konsumenten“ im Dschungel der Werbeinformationen eine gute Orientierung bieten.

Verlässlichkeit der Angaben?

Zahlreiche Plattformen ermöglichen es, eigene Bewertungen anonym oder unter einem Pseudonym abzugeben. Einige Anbieter nutzen dies aus, indem sie die eigenen Angebote bei Amazon & Co unter einem ausgedachten Pseudonym mit guten Noten oder positiven Kommentaren bewerten.

Raffinierte Vorgehensweise

Die Anonymität im Netz bietet Möglichkeiten, Bewertungs- und Kommentarfunktionen zu missbrauchen. Zum einen, indem Unternehmen eigene Angebote selbst positiv bewerten und dabei ihre Identität verschleiern. Zum anderen aber, indem Agenturen damit beauftragt werden, unter dem Deckmantel eines anderen Namens auf der jeweiligen Seite des Wettbewerbers negative Kommentare oder Bewertungen zu hinterlassen. Angeblich sind bereits 20 bis 30 Prozent Bewertungen Fake.

Vorsicht!

Auch wenn zahlreiche Bewertungsplattformen bereits mit Mechanismen arbeiten, die Missbräuche erkennen und ausfiltern, sollte dem User angesichts der Vielzahl von Möglichkeiten klar sein, dass man entsprechenden Missbrauch technisch nie ganz ausschließen kann.

Danke an Dr. Carsten Ulbricht, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Diem & Partner in Stuttgart.

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