Badadam, badam!

Die Temperaturen fallen und es gibt immer weniger Straßenmusiker allerorts. Isso! Also müssen wir wohl auf unsere eigene Musiksammlung zurückgreifen – wenn die euch allerdings schon wieder langweilen sollte, lest hier weiter für drei neue Plattenvorstellungen!

REVOLVERHELD – UNPLUGGED

Die Idee ist nicht neu – man nehme die größten Hits einer Band und spiele diese in einer Akustikversion vor kreischendem Publikum. Auch die Hamburger Band Revolverheld ist diesen Schritt gegangen und das Ergebnis kann sich sehen, oder besser hören lassen: 

Eine Live & Unplugged-CD der besonderen Art (powered by MTV unplugged), auf der die Jungs einmal mehr beweisen, dass sie nicht umsonst seit mehr als zehn Jahren zu einer der erfolgreichsten Bands Deutschlands gehören. Besonders ist diese CD deshalb, weil sich neben Sänger Johannes Strate auch viele Gastsänger die Klinke in die Hand gebe. Die geben den sonst so gewohnt-rockigen Songs der Nordlichter eine ganz spezielle Note. So glänzt beispielsweise Annett Louisan in „Spinner“ als Duettpartnerin an Strates Seite und Künstler wie etwa Johannes Oerding bringen dem Hörer den „Sommer in Schweden“ auf melancholische und traumhafte Weise ein Stückchen näher. Dabei beweisen Revolverheld um ein weiteres Mal, dass deutsche Songtexte genauso intelligent wie verständlich sein können – und es mindestens einen männlichen Frontsänger gibt, der wirklich singen kann und nicht nur stupide Töne aus dem hals ballert. MTV Unplugged ist eine Zeitreise durch die größten Revolverheld-Hits der letzten Alben, bei der jeder Fan auf seine Kosten kommt. Denn neben drei CDs beinhaltet das Package auch die gefilmte Aufnahmen des Unplugged-Konzertes, das Anfang 2015 in Hamburg aufgezeichnet wurde, sowie eine weitere DVD mit Making-Of-Momenten.

Was am Ende zu sagen bleibt ist, dass natürlich jeder für sich selbst entscheiden kann, ob er die gewohnten und rockigeren Versionen der Songs oder doch eher die speziellen Akustiksessions bevorzugt – einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere haben die Revolverhelden mit diesem Album aber in jedem Fall gesetzt.

Album: Revolverheld – MTV Unplugged in drei Akten
Erhältlich seit: 9. Oktober 2015

Faithless – 2.0

Es gibt sie wieder, oder eher gesagt: Immer noch. Die Rede ist von Faithless, falls ihr die leuchtenden Buchstaben des Covers übersehen habt. (Ladet mal eine Runde Kaffee nach, also wirklich!). Das Album besteht aus zwei CDs – die originalen Tracks und „moderne Interpretationen“.

Weil Faithless aber allein scheinbar keinen Stand mehr bei den Musikliebhabern hat (?), geben sich zurzeit angesagte Musiker und Musik-Bastler auf der ersten CD ein regelrechtes Stelldichein. Sie machen sich an den Originalwerken zu schaffen und mischen sie neu.: Avicii, Armin Van Buuren, Tiesto, Above & Beyond, Eric Prydz, Axwell, Zinc, High Contrast, Purple Disco Machine, Booka Shade, Claptone, Autograf, Until The Ribbon Breaks. Klingt nach einem bunten Mix aus riesigem Potenzial? Da stimmen wir euch voll zu. Umso enttäuschender das Ergebnis: Die Dissonanz ist überwältigend, als wäre Faithless 1.0 vollkommen inkompatibel mit der Musik heute, die ja quasi Version 5.10.5.9 ist.
Vielleicht stimmen auch die Texte des buddhistischen Rappers Maxi Jazz nicht zu unserer Wegwerfkultur, die einen riesigen Müllteppich im Ozean hat entstehen lassen und Flüchtlingen gerne mal die Tür vor der Nase zuschlägt (Ha. Sogar noch eine Weihnachtsallegorie untergebracht. Soll noch einer sagen, Musik-Rezensionen sind wenig aussagekräftig).

Das Fazit ist klar: CD 1 bleibt in der Verpackung, CD 2 wird auf Repeat gespielt – und das ganz unabhängig von 90er Parties, denn die Botschaften von Maxi machen nach wie vor Sinn. Sie benötigen nur keine neue musikalische Verpackung. Vielleicht lohnt es sich aber, einen persönlichen best-of-Mix bei iTunes und Konsorten zu kaufen und nicht „2.0“. Wo wir Musik eh schon über USB 3.0 oder sensationell durch die Luft auf unsere musikalischen Endgeräte übertragen.

Album: Faithless – 2.0
Erhältlich seit: 9. Oktober 2015

Andreas Moe – before the rumble comes

Es gibt ein neues, sensationelles Exemplar vom Typ „Typ mit einer Gitarre“! Mit 13 Tracks verwöhnt euch der Schwede mit abwechslungsreichen Liedern, die euch beruhigen, berühren und aufwühlen werden. Er klimpert nicht einfach herum, er beherrscht sein Instrument. Bekannt geworden ist er durch seine Zusammenarbeit mit Avicii – wenngleich das ein komplett anderes Musikfeld war. Dass er etwas eigenwillig agiert und sich nicht in vorgegebene Formen pressen lässt, merkt man unter anderem daran, dass er für eine ganze Weile ein frieer Künstler war – also bei keinem Label unterzeichnet hatte. Ganz ähnlich wie Macklemore also mit Ryan Lewis. Der Erfolg gibt ihnen allen Recht!

Wie beschreibt man also die Musik von Andreas Moe am besten? Der Typ arbeitet mit seienr Stimme: Sinnlich rau, er reizt sie, bis sie kippt, er singt hoch und er kann seine Töne halten. Es geht um Liebe, ums Leben, Loslassen, festhalten, psychische Grenzen und ein bisschen auch Wut. hauptsächlich aber um das menschliche Miteinander, denn er bezieht sich immer auf eine andere Person. Es wird also jeder Zuhörer Stellen oder ganze Lieder finden, mit denen er/ sie sich vollends identifizieren kann – und das ist genau das, was wir wollen. Wenn wir nicht gerade in fantastische Welten abtauchen wollen, aber träumen geht auch ganz gut mit Andreas Moe im Hintergrund.

Das Fazit: Wer Gitarrensound ohne gr0ß Schnickschnack mag, wird Andreas Moe lieben.

BTW: Wer dem witzigen Kerlchen auf Twitter folgen möchte – hier entlang!

Album: Andreas Moe – before the rumble comes
Erhältlich seit: 9. Oktober 2015

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