Aufstieg auf absteigendem Ast

Jupiter ist eine illegale Einwandererin und schuftet mit Mutter und Tante schwarz als Putzfrau. Das würde bis zur Unendlichkeit gehen, wenn da nicht plötzlich dieses wolfsartige, kriegerische Alien wäre, das auf der Suche nach ihr ist. Und Bienen, ganz wichtig: Genetisch mutierte Bienen!

Wie alles ans Licht kommt: Genetisch mutierte Bienchen entlarven Jupiter als Teil der königlichen Familie. Foto: Warner Bros.
Wie alles ans Licht kommt: Genetisch mutierte Bienchen entlarven Jupiter als Teil der königlichen Familie. Foto: Warner Bros.

Das nette Mädchen von nebenan (Mila Kunis) führt ein gar nicht luxuriöses Leben: Gemeinsam mit ihrer Familie verdingt sie sich als Putzfrau. Da sieht sie plötzlich, wie eine ihrer Auftraggeberinnen von echt unheimlichen Kreaturen irgendwie ‚untersucht‘ wird. Hinterher kann sie sich an nichts erinnern – nur ein einzelnes Foto im Handy hält einen Hinweis darauf parat. Anschließend finden diese Monster sie bei einem nicht alltäglichen Arztbesuch – wo sie prompt von einem wolfsähnlichen, kriegerischen Typ (Channing Tatum) gerettet wird. Der fliegen kann. Und ein Alien ist. Und sie ins All entführen soll.

So schnell geht das aber nicht, denn offenbar gibt es da noch ein paar andere humanoide Aliens, die sie ganz gerne töten würden. Das lässt der Krieger nicht zu und bringt sie zu einem ehemaligen Kamerad in Sicherheit. Der lebt inmitten eines riesigen Bienenschwarms und so kommt es, wie es kommen muss: Diese genetisch mutierten Bienchen sind darauf programmiert, Königliches zu entdecken. Die kleine Jupiter ist also tatsächlich eine genetische Wiedergeburt und damit Teil der königlichen Familie. Also dem Haufen Aliens, die die Welt gerne zerstören würde, weil sie deren Lebensenergie für die Verlängerung ihrer eigenen Existenz brauchen. Jupiter hat was dagegen und bläst zum Gegenangriff! 

Mila Kunis in der Hauptolle - sie mimt erfolgreich das nette Mädchen von nebenan. Foto: Warner Bros.
Mila Kunis in der Hauptolle – sie mimt erfolgreich das nette Mädchen von nebenan. Foto: Warner Bros.

Die Kritik

Es gibt Menschen, die in JUPITER ASCENDING eine riesige Anti-Kapitalismus-Kritik hineininterpretieren. Dabei übernimmt das Imperium natürlich den industriellen Part: Ein großer (Familien-)Konzern hat die Produktion des Verjüngungsprodukts standardisiert und auf Massenproduktion ausgelegt. Dieses Produkt entsteht durch das Vernichten/ Konzentrieren von der Lebensenergie anderer Spezies. Aber immer noch humanoider Spezies, sodass ein kannibalistischer Gedanke nahe liegt. Das Produkt wird super teuer verkauft. Jetzt komtm also Jupiter und zegt dem Kapitalismus so richtig, wo der Hammer hängt! Nun ja, vielleicht hätte sie ein paar Nachhilfestunden bei Thor nehmen sollen. Schauen wir doch einmal genauer hin: Warum kommt sie in die Position, um sich als kleines Licht gegen den großen Kapitalismus zu wehren?

Die Landschaftsdarstellungen sind sowohl bombastisch als auch liebevoll gestaltet. Foto: Warner Bros.
Die Landschaftsdarstellungen sind sowohl bombastisch als auch liebevoll gestaltet. Foto: Warner Bros.

Richtig, sie wird dazu geboren, denn sie trägt eine bestimmte Gengruppierung mit sich herum. Das ist keine eigene Leistung, sondern purer Zufall. Können also nur Superhelden den Kapitalismus bekämpfen? Außerdem: Sie rettet gerade einmal die Erde vor der Zerstörung – der Rest des Universums geht ihr am Allerwertesten vorbei. Hier wird weiterhin munter eine Erde nach der anderen geerntet – Spiel, Satz und Sieg für die Matrix!
Nicht zu vergessen: Welches Schicksal erwartet die Welt denn nun? Richtig, Hunger, Kriege, Überbevölkerung, Krankheiten. So super ideal ist das auch wieder nicht.
Daher: Eine klare Absage an die Anti-Kapitalismus Kritik. Wäre diese absichtlich so umfangreich wie interpretiert, hätte sich sicherlich jemand die Mühe gemacht, um die anderen Punkte ebenfalls sinnvoll zu lösen. So bleibt JUPITER ASCENDING genau das, was es ist: Eine nette Unterhaltung mit guter Optik und Bildmaterial – sofern man von der Dinosaurier-Polizei in Lederjacken absieht.

Bettina Riedel (academicworld.net)

JUPITER  ASCENDING

Regie: Andy & Lana Wachowski
Darsteller: Mila Kunis, Channing Tatum, Sean Bean, Eddie Redmayne, Douglas Booth

Seit dem 25. Juni als DVD, BluRay und digital im Vertrieb der Warner Home Video im Handel erhältlich

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