Auf Wiedersehen, Kinder!

Der Sommer geht zu Ende und damit meine Serie der bösen Fragen. Die Menschen kehren zurück aus ihre Ausnahmesituationen (Urlaub) in ihre Wiederholungen (Alltag) und viele fragen sich, ob das Ganze so der Sinn des Lebens ist.

Von Katharina Ohana, Psychologische Beraterin, Bestsellerautorin und academicworld-Expertin

Katharina Ohana, academicworld-Expertin

Man hat sich irgendwann einen Job angeschafft und/oder Kinder und einen Partner oder Ex-Partner und/oder dazu noch eine Affäre oder eine Karriere, die alles andere in den Schatten stellt. Man steht in Praxen, Geschäften, vor Schülern, sitzt an Schreibtischen, man putzt, kauft ein, liest Mails, löscht Mails, kocht Kaffee oder Tee oder Essen. Man hat die immer gleichen Konflikte an der gleichen Stelle mit den gleichen oder selben Menschen.

Deshalb stelle ich jetzt also meine vorerst letzte böse Frage für diesen langsam verschwindenden Sommer:

Was wiederholt sich auf unerträgliche Weise in Ihrem Leben? Was in Ihrem Leben nervt Sie total? Was an all Ihren Partnern wiederholt sich immer wieder? Was in all Ihren Streits (im Büro und in der Familie) versetzt Ihnen immer wieder an derselben Stelle einen Stich oder macht Sie rasend vor Wut? Wo fühlen Sie sich ein ums andere Mal zu kurz gekommen? An welchen Stellen hoffen Sie auf Rücksicht oder Anerkennung und werden immer wieder enttäuscht? 

Mir selbst wurde neulich gesagt, ich wäre ein „militanter Nichtraucher“. Ich habe zwar nie geraucht, aber im übertragenen Sinn stimmt der Vorwurf: Ich kann mich immer wieder unglaublich (teilweise rasend vor Wut) aufregen, dass Menschen sich nicht ihren inneren Kindern stellen. Natürlich regt mich das so unglaublich auf, weil ich selbst mal so ein starker Raucher war, d.h. eigentlich nur aus innerem Kind bestand (und das natürlich jenseits meiner realen Kindheit) und dann den harten Weg der Suchtbekämpfung gegangen bin und immer noch gehe (wahrscheinlich auch noch die nächsten 40 Jahre gehen werde – quasi als trockener, aber natürlich stets suchtgefährdeter Raucher), mich jetzt aber jeder leiseste Verdacht, dass da jemand raucht, d.h. sein inneres Kind unreflektiert in die Welt trägt und alle anderen mit diesem Rauch belastet, auf die Palme bringt. Teilweise gibt es Leute da draußen, die haben nicht mal den Willen aufzuhören zu rauchen! Oder sogar welche, die wissen nicht mal, dass sie rauchen und sich und andere damit massiv schaden! Stecken sich am Morgen schon die erste Fluppe an und – trotz starkem Husten – wollen sie nichts davon wissen. Ungeheuerlich!

Da ich mich gerade wieder im Land der Nicht-Raucher und „Inner-Child-Kultur“ befinde (New York) und hier bis Ende September noch Sommer ist, habe ich also ausgiebig Zeit, mich dieser Problematik zu stellen. Hier weiß immerhin jeder, wie schädlich Rauchen ist und auch wenn deshalb viele weit davon entfernt sind, aufzuhören mit dem Rauchen, bemühen sie sich doch darum – manchmal mit skurrilen Maßnahmen. Ich werde berichten…

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