Atlas der unsichtbaren Welt

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#Der junge Indonesier Adam lebt mit seinem Bruder Johan in einem Kinderheim. Eines Tages scheint das unmögliche greifbar nahe: Ein reiches Ehepaar interessiert sich für das Geschwisterpaar und verspricht beide zu adoptieren.  Doch es kommt anders, der schwächliche Adam muss ansehen wie sein älterer Bruder adoptiert wird. Er bleibt zurück im Heim.

Doch auch er findet ein neues Leben. Ein holländischer Maler namens Karl adoptiert ihn. Sie führen ein einfaches Leben, dennoch verbringt er eine idyllische Kindheit. Adam sollte glücklich sein, ist es aber nicht. Immer wieder versucht er sich an seine Vergangenheit zu erinnern, vor allem an seinen Bruder: Vergebene Mühen.

Der Junge fühlt sich unverstanden und heimatlos. Dieses Gefühl verstärkt sich, als sein Ziehvater vor seinen Augen von den Soldaten des indonesischen Präsidenten Surkarno entführt wird und seine Abschiebung nach Holland droht.

Neue Wege

Adam fühlt sich erneut alleine gelassen. Einst gab ihn seine Mutter auf, dann sein Bruder und nun auch noch sein Ziehvater. Auf der Suche nach Anhaltspunkten findet er alte Briefe und Fotos von Magret, der großen Liebe Karls.

Er nimmt all sein Geld und begibt sich auf den Weg nach Jakarta, wo sich Magret befindet und hofft auf Hilfe  von ihr. Schon die Reise birgt Gefahren und Abenteuer. Angekommen in der Großstadt entdeckt er die große, schillernde Hauptstadt Indonesiens, mit großen Gefahren und vielen Emotionen.

Auf der Suche nach der Identität

Als er Magret schließlich gefunden hat, setzt diese alle ihre Kontakte in Bewegung um Karl zu finden. Sie beauftragt ihren Mitarbeiter auf Karl aufzupassen. Dieser jedoch gehört einer radikalen Gruppe an, die mit Gewalt ihre Ziele umsetzen möchten. Er zieht Adam mit in seine Machenschaften und lockt ihn mit seiner Vergangenheit, die er mit ihm aufzuarbeiten verspricht.

Gutes Ende?

Am Ende finden sie Karl, er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Als sie dort ankommen wurde dieser jedoch entlassen und verlegt, obwohl es um seine Gesundheit nicht zum Besten steht. Hat er die schwere Erkrankung überlebt? Wenn ja: Wo befindet er sich?

Fazit

Schönes Buch, das nicht nur gut die Zerrissenheit und Heimatlosigkeit der Heimkinder widerspiegelt. Die zwei Brüder begeben sich getrennt von einander auf eine Spurensuche in die Vergangenheit. In seinem Buch Atlas der unsichtbaren Welt verknüpft Tash Aw den schweren Weg Indonesiens zur Unabhängigkeit. Eine Zeit voller politischen Wirren und des Umbruchs. Auch die Feindschaft zum Nachbarn Malaysia mit all seinen Facetten spielt eine Rolle.

Thematisiert werden ebenfalls die Probleme von Integration und Heimat: Auch Leute die seit 30 Jahren in einem Land leben, fühlen sich dennoch als Ausländer und konnten nie gänzlich in eine Kultur integriert werden.

Schön zu lesendes Buch, das immer wieder überrascht und gleichzeitig einen Einblick in die Geschichte Indonesiens gewährt. Empfehlenswert!

JD

Tash Aw

Atlas der unsichtbaren Welt
477 Seiten
11 Euro

rororo

Stand Januar 2010
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