An der Börse und in der Liebe ist alles erlaubt?

Ohne allzu große Überraschungen erzählt „The good guy“ eine Geschichte, die man nicht unbedingt gesehen haben muss: von zwei Männern und einer Frau und einer Entscheidung, die eigentlich keine ist. Ab 30. März auf Blu-ray und DVD.

Rezension: The good guy, © Universum Film

Ein Kerl läutet an der Tür seiner (Ex-)Freundin. Er ist verzweifelt. Sie hat in ihrem Zimmer offenkundig gerade einen anderen Herrn zu Besuch – kaum bekleidet. In dieser Situation lernt der Zuschauer Tommy (Scott Porter) kennen, den Erzähler von „The good guy“. Zunächst hat er alle Sympathien auf seiner Seite, wenn er die Geschichte aufrollt, die in zu diesem Moment an der Tür geführt hat. Zunächst.

Kann man wirklich alles haben?

Beth (Alexis Bledel) scheint einen Sechser im Schicksalslotto zu haben. Sie hat als Denkmalpflegerin in Manhattan einen Job den sie liebt, versteht sich gut mit ihrer Chefin, sieht hübsch aus, ist nett und intelligent, hat einen Haufen netter Freundinnen in ihrem privaten Lesezirkel und mit Tommy anscheinend auch noch den perfekten Kerl an ihrer Seite. Das ist so zuckersüß-phantastisch, dass man von Anfang an keine rechte Sympathie zu ihr aufbauen kann und es einen eher kalt lässt, wenn sie sich etwas zu gut mit Tommys Kollegen Daniel (Bryan Greenberg) versteht. 

Unterhaltungswert bieten eigentlich im Wesentlichen nur die Szenarien am Arbeitsplatz der Herren an der Wallstreet. Doch die Offenbarung, dass die Finanzwelt ein gnadenlos oberflächlicher Platz ist, birgt auch nur bedingt Überraschungen. Die Einführung von Daniel in diese Kreise ist bisweilen ganz nett, übertreibt es aber letztlich doch etwas mit der Charakterisierung des Neulings als viel zu gut um wahr zu sein. Klar, dass er wie geschaffen ist für die allerliebste Beth. 

Rezension "The good guy" © Universum Film
© Universum Film

Überraschungsarmes Liebesdrama

Wirklich mitreißend ist das Filmchen leider nie. Dazu wird Tommy zu schnell und viel zu sehr als böser Junge abgestempelt und Daniel viel zu gut um wahr zu sein präsentiert. Die Unterschiede werden so gravierend aufgebaut, dass überhaupt nicht klar ist, warum die Entscheidungsfindung für Beth eigentlich ein Problem sein sollte. Im Grunde fühlt man keine Verbindung zu keiner der Figuren. Alle bleiben sie sehr an der Oberfläche. Ihre Probleme wirken belanglos, die Reaktion unglaubwürdig. Ein nett anzusehender Zeitvertreib für Freunde wenig komplexer Liebesfilme. Mehr leider nicht.

Gisela Stummer (academicworld.net)

The Good Guy – Wenn der Richtige der Falsche ist

Regie: Julio DePietro
Darsteller: Alexis Bledel, Scott Porter, Bryan Greenberg

Im Verleih von Universum
Ab 30.03.2012 im Handl

 

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