Alpenländisches Ermittlungs-Puzzle

Eigentlich liegt die Lösung für Kommissar Jennerweins neuesten Fall ziemlich schnell auf (oder eher an) der Hand. Trotzdem wird es ziemlich brenzlig, bevor der Alpenländische Sheriff und seine Truppe den Todesfall im Gartenhäcksler aufklären können.

Alpenländisches Ermittlungs-Puzzle

Internationale Verwicklungen

Natürlich wussten es schon so einige, dass der Bartl und die Gretel aus dem Suderer Haus ursprünglich nicht aus dem idyllischen Kurort mit dem Doppelnamen kommen. Dass der lederhosentragende Ehrenplattler mit dem Hang zur handgemachten Gartenarbeit aber einst Mitglied der Nobelpreisjury für Medizin war, dass wissen längst nicht alle. Hier endet das Spiel mit den Identitäten im siebten Fall für Hubertus Jennerwein aber längst noch nicht.

Ohne Hilfe aus der Gerichtsmedizin wäre der diesmal ohnehin total aufgeschmissen, denn als ebenjener Bartl – dereinst als Bertil Carlsson bekannt – verschwindet, findet sich nur mehr eine Wanne voller menschlicher Überreste unter dem Carlssonschen Gartenhäcksler. Da ist eine Menge Puzzle-Arbeit von Nöten, bis überhaupt feststeht, dass hier nicht von einem Gartenunfall auszugehen ist. Denn nach dem Zusammensetzten der Knochensplitter steht fest: Dem Toten fehlt eine Hand. Zu allem Unglück ist Jennerweins Team auch noch stark dezimiert und quer über den Globus verteilt. Das hindert die Kollegen freilich nicht an der Ermittlungshilfe. Bald kommen die Beamten unheimlichen Experimenten in Rumänien noch vor dem Zusammenbruch des Ostblocks auf die Spur, bei denen verschwundene Hände eine Rolle spielten. Der Gegner ist nicht zu unterschätzen und wer ihm zu nahe kommt, dem droht der Häcksler …

Allein schon der erste Tod, aber auch die Sache mit den Experimenten zeigen schnell: Diesmal wird es besonders unheimlich – wenn nicht gar unappetitlich. Humorvoll wie eh und je jagt Jörg Maurer seine Figuren durch den Alpenraum. Dabei wechseln die Einsichten des Lesers zwischen dem Herrn Kommissar, dem Ex-Bestatterehepaar Grasegger (in Form von Postkarten an den Ostler), der halb gefällten Birke im Garten des Suderer Hauses und anderen Randfiguren. Allein wegen seiner skurrilen Mordinszenierungen muss man Maurer einfach mögen. Und dafür, dass er den Kabarettisten nie verleugnet. Wenn es hier lustig wird, dann niemals aus Versehen. Für Freunde kurzweiliger Krimiunterhaltung sind die Fälle von Hubertus Jennerwein immer eine gute Wahl.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Jörg Maurer. Der Tod greift nicht daneben.
14,99 Euro. FISCHER Scherz.

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