Allein, Allein?

Sind wir wirklich allein in diesem Universum? Die Wissenschaft ist sich nicht sicher und auch die Familie Barrett muss sich nach einigen komischen Events bald einer womöglich fantastischen Realität stellen …
Ein Messer für drei Aliens - kluges Mädchen. Nicht. Foto: Matt Kennedy
Ein Messer für drei Aliens – kluges Mädchen. Nicht. Foto: Matt Kennedy

Eigentlich sind sie eine typisch amerikanische Familie in einem typisch amerikanischen Vorort – die Barretts. Die Mutter, Lacy, ist Immobilienmaklerin, Daniel ist auf Arbeitssuche. Dieser schnöde Alltag wird plötzlich auf drastische Weise unterbrochen – unerklärliche Phänomene werfen das Leben von Lacy und Daniel sowie das ihrer beiden Söhne aus den gewohnten Bahnen.

Schlafwandel und Erinnerungslücken sind nur der harmlose Anfang. Was als „paranormale Aktivitäten“ beginnt, nimmt bald schon lebensbedrohliche und möglicherweise extraterrestrische Ausmaße an, in dieser mehr als nur unheimlichen Begegnung der dritten und vierten Art.

Die Kritik

Dass es um Aliens geht, steckt ja schon im Titel. Insofern ist an dieser Stelle nichts verraten. Was machen Aliens gerne? Klar, diese komische Spezies „Mensch“ untersuchen. Das geht anfänglich am besten per Beobachtung. Dass ab und an Spuren dabei hinterlassen werden – auch klar. Jetzt geht der Film aber davon aus, dass diese Spuren absichtlich gelegt werden, um … Ja, warum eigentlich? Wenn die Aliens sich einen Mensch greifen wollen, können sie das wohl einfach tun. Wozu sollten sie die Familie dann noch extra vorwarnen? Damit basiert der gesamte Film leider auf einem grandiosen Logikfehler.

Die Shotgun - effektiv, vor allem für Menschen. Oder ist das etwa nur in seinem Kopf? Foto: Matt Kennedy
Die Shotgun – effektiv, vor allem für Menschen. Oder ist das etwa nur in seinem Kopf? Foto: Matt Kennedy

 

Dazu kommen weitere Handlungsstränge, die nicht viel Sinn ergeben. Der Mann, bei dem Lacy sich Hilfe sucht, kennt sich mit den ALiens gut aus. Er weiß genau, was sie wollen – und was tut er, um der Familie zu helfen? Genau, lieber mal nichts. Das hätte inhaltlich noch viel Spielraum gegeben.

Natürlich sind das Aspekte, die man einfach ignorieren und als gegeben hinnehmen kann. Wem das gelingt, der wird beim Anschauen wenigstens etwas Spaß haben – bis zu einer gewissen Szene, deren schlechte Umsetzung sich in diesem Bild mehr als deutlich zeigt:

Schreien, aber bloß nicht aktiv werden ... Foto: Matt Kennedy
Schreien, aber bloß nicht aktiv werden … Foto: Matt Kennedy

Die große Entführung! Nur, dass Papa gerade mal einen Arm hebt und Mutti nur entsetzt aufschreit. Für alle Leser hoffen wir, dass ihre Eltern bei einer Entführung durch Aliens in Sachen Rettung etwas proaktiver vorgehen.

Es ist aber nicht alles schlecht: Der Film spielt mit den Emotionen, die er in dem Zuschauer weckt. Von einem frisch verliebten Teenager nach dem ersten Kuss schwanken die Szenen plötzlich zu Grusel pur und reißen den Zuschauer damit selbst immer wieder aus den Bahnen. Das fesselt wider Erwarten doch, kann den Film aber leider nicht aus dem Loch reißen, in dem er sich nach 35 Minuten Laufzeit befindet.

Dark Skies ist ein Film, der wohl mit den Ängsten der Menschen spielen sollte, die im Bereich „Alltag“ angesiedelt sind. Um sich zu Gruseln, braucht es nicht unbedingt Splatter, aber leider immer noch etwas mehr, als Dark Skies zu bieten hat.

Fazit: Kein Film, den man gesehen haben muss.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Dark Skies – Sie sind unter uns

Regie: Scott Stewart
Darsteller: Keri Russell, Josh Hamilton, Dakota Goyo, Kadan Rockett, J.K. Simmons

Seit dem 29. Januar als DVD, VoD und BluRay im Vertrieb der Koch Media im Handel erhältlich

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