Albert Sánchez Pinol: Pandora im Kongo

Der junge Tommy hat hohe Ziele. Er will Schriftsteller werden, landet aber als Neger (Bezeichnung für ghostwriter) in einer Maschinerie von Betrug und Schundliteratur auf Knopfdruck. Zufällig bekommt er den Auftrag, einen Roman nach dem Leben eines Häftlings zu schreiben. Marcus ist angeklagt, seine beiden Arbeitgeber aus Gier ermordet zu haben. Doch ist das so einfach? Marcus zieht Tommy in den Bann einer unglaublichen Geschichte….

Die Geschichte in der Geschichte

Die Besonderheit an diesem Roman, ist die Geschichte in der Geschichte. Der Hauptprotagonist erzählt seine persönliche Geschichte in der Ich-Perspektive. Aber für den Roman, den er schreibt, wechselt der Leser nicht nur Zeit und Raum, sondern auch in die Erzählung aus der Er- Perspektive.

Durch diese Sprünge kommt es nicht zu einem einheitlichen Lesefluss, zumal der Autor oft Kapitelweise Szenen dazwischenschaltet, die den Leser vom eigentlichen Geschehen abbringen.

Fazit

Dicht und undurchdringlich, so ist der Urwald. Leider auch dieser Roman. Verschiedene Handlungsstränge werden, mehr schlecht als recht, miteinander verwoben. Krieg, Ständedünkel und Kritik an der manipulativen Literaturindustrie spielen eine Rolle. Am Ende bleibt ein großes ?. War der Roman am Ende auch nur ein Produkt des Negers des Negers des Negers desjenigen, der als Autor genannt ist?

Karin Müller
480 Seiten
Fischer (Tb.),  (1. April 2009)


Stand Februar 2011
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