Abgecheckt: Die Fluglotsen-Ausbildung bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) bildet zum Fluglotsen aus – wie das läuft, weiß Heike Lenort. academicworld traf sie zum Interview.

Heike Lenort ist zuständig für die PR des Berufsbildes Fluglotse

Hallo, Frau Lenort, können Sie uns kurz etwas über die Ausbildung zum Fluglotsen erzählen? Also, was macht man und wie lange dauert das Ganze?

Zunächst: Die Dauer der Ausbildung richtete sich nach dem zukünftigen Einsatzbereich. Die grundlegende Ausbildung des Towerlotsen dauert an der Flugsicherungsakademie rund zwölf Monate, die zum Centerlotsen rund 16 Monate.

In diesem Ausbildungsabschnitt wird den zukünftigen Fluglotsen das theoretische Wissen vermittelt, das sie als Fluglotse benötigen. Das sind unter anderem Unterrichtsinhalte wie Luftfahrtkunde, Flugwetterkunde, Luftrecht, Meteorologie, Navigation, Luftfahrtenglisch. Unmittelbar nach dem theoretischen Unterricht wird das gewonnene Wissen am Simulator in die Praxis umgesetzt. Dieser Teil der Ausbildung endet mit praktischen Prüfungen am Simulator. Während dieser Phase der Ausbildung beträgt die monatliche Vergütung 875 Euro brutto. 

Wie geht dann weiter?

Danach wechselt der Nachwuchsfluglotse an eine Niederlassung der DFS. Dort wird er durch theoretischen Unterricht und Training am Simulator auf die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten geschult bevor er dann, gemeinsam mit einem Coach den Luftverkehr kontrolliert. 

Im Rahmen der weiteren Ausbildung erwirbt der angehende Fluglotse Lizenzen, die ihm dann erlauben in einem eingegrenzten Bereich eigenverantwortlich den Luftverkehr zu kontrollieren. Diese Phase der Ausbildung dauert im Tower rund ein Jahr und im Center circa 18 Monate.  

 

Ausbildung im Towersimulator

Thema Geld … Wie viel verdient man denn während der Ausbildung – und als fertiger Fluglotse? 

Im letztgenannten Ausbildungsabschnitt beträgt die monatliche Vergütung, je nach Einsatzbereich, -ort und Fortschritt der Ausbildung zwischen 3.300 und 4.800 Euro brutto im Monat. 

Nachdem der Lotse alle Lizenzen erworben hat und eigenverantwortlich arbeitet, beträgt die Vergütung ja nach Einsatzbereich und -ort zwischen 5.800 und 8.300 Euro im Monat. 

Muss man sich als Lotse auch einem Eignungstest unterziehen, so ähnlich wie das vor der Pilotenausbildung der Fall ist? 

Der Fluglotsenbewerber nimmt an einem berufsspezifischen Auswahlverfahren teil, in dessen Verlauf alle Kriterien getestete werden, die für den Beruf des Fluglotsen relevant und wichtig sind. 

Die Tests berücksichtigen die englischen Sprachkenntnisse, Zahlenverständnis, die Grundrechenarten und Dreisatz, Konzentrationsfähigkeit, Mehrfachbelastung, Stressresistenz, räumliches Vorstellungsvermögen, Team- und Entscheidungsfähigkeit und vieles mehr.

Kann ich mich darauf irgendwie vorbereiten? Oder mir sonst ein Bild von diesen Tests machen?

Auf der Seite der DFS gibt es die Möglichkeit, den interaktiven Lotsentest zu machen. Er ist zwar für das Auswahlverfahren nicht relevant, enthält aber wesentliche Elemente, die einem auch im mehrstufigen Bewerbungsverfahren begegnen. Einfach mal probieren!

Gibt es eigentlich so etwas wie eine klassische Lotsenkarriere? Das heißt: Was sind die folgenden Schritte nach der Ausbildung – und welche Aufstiegs- oder Veränderungsmöglichkeiten gibt es? 

Eine klassische Lotsenkarriere gibt es nicht. In fast allen Bereichen des Unternehmens ist das Know-how eines ausgebildeten Flugsicherers gefragt. Nachdem der Fluglotse einige Jahre in seinem Beruf gearbeitet hat, besteht die Möglichkeit, sich für weitere Aufgaben zu qualifizieren. 

Er hat die Möglichkeit an einer Fortbildung zum Ausbilder teilzunehmen, er kann die Aufgabe eines Prüfers übernehmen oder als Fachlehrer in der Flugsicherungsakademie eingesetzt werden. Auch besteht die Möglichkeit der Mitarbeit in nationalen oder internationalen Projekten. Bei entsprechendem Einsatz und Weiterbildungsbereitschaft steht einer Karriere in der DFS nichts im Wege.

Mehr zur Ausbildung unter karriere.dfs.de

 

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