Jura – ein Studiengang im Zeichen der Zeit

Immer noch gilt ein Jurastudium als grundsolides Studium mit guten Berufschancen. Doch dieser Eindruck ist trügerisch. Die Sicherheit die man durch ein abgeschlossenes Jurastudium lange Zeit hatte auf dem Arbeitsmarkt in vielen Berufen auch als Quereinsteiger Anschluss zu finden ist heute längst nicht mehr gegeben. Die Zahl der Juristen ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen und somit wird es für junge Juristen immer schwieriger einen Arbeitsplatz zu bekommen.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Sieht man diese Entwicklung im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten und Hürden, die ein Jurastudium mit sich bringt, wird die ganze Dramatik dieser Folgen ersichtlich. Ein Jurastudium ist besonders lang und verlangt viel von den angehenden Juristen ab. Nach den Staatsexamen müssen auch noch zwei Jahre Referendariat abgeleistet werden. Während des straffen Studienverlaufs und insbesondere in der intensiven Prüfungszeit bleibt den Studenten kaum Zeit auf aktuelle Arbeitsmarktveränderungen zu reagieren, zu viel Zeit wird mit Lernen verbracht. Daher sollte man sich ganz genau überlegen, aus welchem Grund man ein Jurastudium aufnehmen will. Je genauer man sich diese Frage vor Studienbeginn selber beantworten kann, desto höher sind die Chancen nach dem Studium auch zügig Einstieg in die Berufswelt zu erhalten. Einfach nur auf ein abgeschlossenes Jurastudium zu setzen, kann heute tatsächlich fatal sein.

Enormer Druck lastet auf den Studenten 

Gerade bei Jura sind die Abschlussprüfungen immens wichtig. Wie bei keinem anderen Studienfach kommt es hier auf Leistung und dementsprechend auf gute Noten an. Während die Abschlussnote bei den meisten anderen Studiengängen nicht über den Berufseinstieg entscheidet, werden Juristen auch nach Jahren Berufserfahrung bei einem Jobwechsel nach ihren Abschlussnoten gefragt. Das sorgt bei den Studenten für ein dermaßen straffen Studienverlauf, dass oft auch Berufsveranstaltungen von Juristen nicht wahrgenommen werden, da sie sich zu sehr auf ihre Noten konzentrieren. Wer über eine solch lange Zeit über die ein Jurastudium geht nicht permanent die Arbeitsmarktentwicklung mitverfolgt, kann nach abgeschlossenem Studium böse überrascht werden. Gerade ein Studium wie Jura sollte man daher nicht beginnen, wenn man keine ganz konkreten Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft hat.

Frühzeitige Spezialisierung erhöht Berufschancen

Richter oder Staatsanwalt ist zwar ein sehr begehrtes Ziel vieler Jurastudenten, doch die meisten scheitern an den Voraussetzungen, nur etwa 20 Prozent der Studierenden erbringen die erforderlichen Leistungen. Hier muss einfach in allen Teilbereichen ein solides und profundes Wissen vorliegen, was den meisten leider nicht gelingt.

Wenn man daher mit dem Gedanken spielt ein Jurastudium aufzunehmen, mit der Absicht als Anwalt zu arbeiten, macht dies nur Sinn, wenn man sich früh genug auf einen Nischenbereich konzentriert wie es zum Beispiel Rechtsanwalt Björn Weil in Gießen im Bereich Medizinrecht gemacht hat und in diesem Sektor mittlerweile als eine sehr gute Adresse gilt. Da das Studienfach Jura inzwischen so stark überlaufen ist, macht es ohne eine solche Festlegung auf ein Spezialgebiet kaum Sinn Anwalt zu werden, da man sich hier mit einer Vielzahl von Mitbewerbern konfrontiert sieht. Hat man jedoch konkrete Konzepte und Ansätze, so kann ein juristisches Studium nach wie vor das richtige Sprungbrett sein.

Fazit: Man sieht, dass es wie bei jedem Studium darauf ankommt sich frühzeitig auf ein Teilgebiet zu spezialisieren, aufgrund der hohen Absolventenzahl ist es bei Jura eben von enormer Bedeutung für gute Jobchancen. Jurastudenten sollten aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Auch das knüpfen von Kontakten ist ein wichtiger Faktor.

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