Digitale Notizen: Möglichkeiten, Stärken und Schwächen

Bereits in der Schule ist es vorteilhaft, Notizen anzufertigen, während es im Studium unverzichtbar wird. Auch im gesamten Berufsleben müssen häufig Dinge schriftlich fixiert werden. Im Zuge fortschreitender Digitalisierung ist es längst möglich, auch handschriftliche Aufzeichnungen elektronisch zu speichern, zu verwalten und zu modifizieren. Dies wirft die Frage auf, welche Möglichkeiten der Selbstorganisation von Notizen es gibt und worin ihre Stärken und Schwächen liegen.

Möglichkeiten und technische Infrastruktur

Notizen handschriftlicher Art lassen sich direkt auf entsprechenden Geräten elektronisch anfertigen. Tablets haben meist ein dafür passendes Format. Ähnlich wie in einem Notizbuch oder College-Block können hier Aufzeichnungen angefertigt werden, während sie gleichzeitig digitalisiert werden. Fehler lassen sich sofort korrigieren oder löschen. Die Notizen lassen sich zudem beliebig erweitern oder bearbeiten, beispielsweise durch Auswahl unterschiedlicher Schriftfarben.

Angefertigt werden die Notizen mit speziellen Stiften, die für verschiedene Tablets und iPads angeboten werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es gewisse Qualitätsunterschiede zwischen den Stiften gibt. Studierende profitieren von Stiften, die besonders auf Zeichnungen und Notizen ausgelegt sind. Eine optimale Lösung nicht nur für Studenten präsentierte Moleskine auf der IFA 2017. Ebenso sollte auf die ergonomischen Eigenschaften des Stifts geachtet werden, da er auch nach einem langen Arbeitstag noch angenehm in der Hand liegen soll.

Die Programme und Apps für digitale Notizen sind zahlreich und umfassen sowohl kostenpflichtige als auch Open-Source-Angebote. Zu den am häufigsten genutzten Programmen gehören die kostenlose Software Evernote sowie das von Microsoft Office angebotene OneNote. Beide Programme halten auch Apps für nahezu sämtliche Betriebssysteme bereit.

Einen besonderen Vorteil bieten 2-in-1-Geräte, die einerseits als vollwertige Notebooks samt Tastatur und andererseits als Tablets für handschriftliche Aufzeichnungen eingesetzt werden können.

Allgemeine Vorteile elektronischer Aufzeichnungen

Wer als Studierender elektronische Notizen anfertigt, hat unabhängig vom Programm den Vorteil, seine Aufzeichnungen effizient und übersichtlich verwalten und sortieren zu können. Sortierungsoptionen sind etwa Datum, Alphabet oder Schlagwörter. Damit verknüpft ist der Vorteil, die Aufzeichnungen jederzeit griffbereit zu haben. Notizen lassen sich nach den gleichen Kriterien filtern, sodass beispielsweise nur Notizen angezeigt werden, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums angefertigt wurden.

Eine weitere Stärke elektronischer Notizen besteht in der Möglichkeit, sie zu durchsuchen. Dies funktioniert entweder mit den Notiz-Programmen selbst oder mit den internen Suchfunktionen des jeweiligen Betriebssystems. Damit verbunden ist der Vorteil, nicht nur die mit dem Stichwort versehenen Notizen, sondern alle weiteren Dokumente zu finden, die mit dem Suchbegriff in Zusammenhang stehen.

Gegenüber handschriftlichen Aufzeichnungen ist des Weiteren der Vorteil zu betonen, dass praktisch keine Beschränkung für die Aufzeichnungen gegeben ist. Während ein Blatt Papier schnell vollgeschrieben ist, lassen sich in elektronischen Notizen stets Dinge ergänzen oder ändern.

Durch die Option, Notizen zu teilen, können Studierende ihre Kommilitonen an den Aufzeichnungen teilhaben lassen. Der Zugriff und die Bearbeitungsmöglichkeit können genau kontrolliert werden. Ebenso können Notizen stets synchronisiert werden. Dank Cloud-Technologie lassen sich Aufzeichnungen in Echtzeit auch an anderen Orten speichern, wo anschließend damit weitergearbeitet werden kann.

Nachteile digitaler Notizen

Den Vorteilen stehen bestimmte Schwächen gegenüber, bei denen klassische Aufzeichnungen mit Stift und Papier noch überlegen sind. Zu erwähnen wäre der Faktor Geschwindigkeit. Für elektronische Aufzeichnungen muss zunächst ein Gerät betriebsbereit gemacht werden. Dies umfasst Start, Auswahl eines Programms und die Suche nach Funktionen. Auch was die Einsatzbereitschaft beziehungsweise Verfügbarkeit betrifft, sind Stift und Papier vorteilhafter. Diese Utensilien finden sich nahezu überall, während Studierende ein Tablet nicht jederzeit dabei haben. Zudem sind diese Geräte auf Stromversorgung beziehungsweise einen geladenen Akku angewiesen. Ebenso kann es zu Programmabstürzen kommen.

Ein entscheidender Vorteil von Stift und Papier findet sich in dem psychologischen Nutzen, Aufzeichnungen direkt und ohne Auswahl bestimmter elektronischer Parameter machen zu können. Für den Lerneffekt ist es vorteilhaft, Gedanken auch in Form von Zeichnungen direkt zu Papier zu bringen. Dies funktioniert zwar auch digital, erfordert dort jedoch mehr Zeit.

Fazit

Die jeweiligen Vorteile digitaler Notizen und herkömmlicher Aufzeichnungen auf Papier müssen einander nicht ausschließen. Bei der Arbeit und beim Ausprobieren der verschiedenen Methoden werden Studierende bemerken, für welche Einsatzbereiche welche Technik sinnvoller ist. Richtig eingesetzt, stellen digitale Aufzeichnungen eine große Bereicherung dar, da sie sich übersichtlich sortieren, ergänzen, teilen und an unterschiedlichen Orten speichern und sichern lassen.

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