Das Casino Curriculum – Wenn die Uni Pokerseminare anbietet

Die Kanadier waren schon immer ein wenig eigen. Das ist vielen schon in den 60iger Jahren aufgefallen als die erste Pizza Hawaii in Catham, einem beschaulichen Örtchen, ganz im Süden Ontarios kreiert wurde. Nun machen die Kanadier wieder einmal Schlagzeilen. Diesmal handelt es sich jedoch nicht um ein skurriles Experiment aus Ananas, Schinken und Käse, sondern um Poker.

Die Universität von Ottawa im Osten von Kanada hat Poker als ein hilfreiches pädagogisches Werkzeug für sich und seine Studenten entdeckt und es in ihr neues Curriculum aufgenommen. Der Poker Unterricht, der als Probability and Games of Chance: Poker 101, gewählt werden kann, soll den Studenten ein breitgefächertes Wissen aus Wahrscheinlichkeitslehre, Spieltheorie, Psychologie und Geschichte anhand von Spielen wie Texas Hold’em vermitteln.

Doch bereichert der Kurs wirklich das Wissen der Studenten oder ist er nur ein Schlupfloch um einfacher durchs Semester zu kommen?

Poker ist nicht nur ein Spiel, mit dem man sich zwischendurch die Zeit vertreiben kann. Es gehört zu einigen wenigen Casino Spielen bei denen nicht nur Glück gefragt ist, sondern vor allem eine Affinität zur Mathematik, ein gutes strategisches Denken und ein psychologisches Einfühlungsvermögen.

Theorien und Konzepten aus der Psychologie zum Beispiel, die erklären wie und warum wir welche Entscheidungen treffen, wieso wir Fehler begehen und wie wir sie minimieren oder gar vermeiden können, werden nicht nur am Pokertisch angewandt. Sie sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeitswelt und ein Selektionsverfahren von Personalabteilungen für entscheidungskräftige Positionen.

Das gleiche gilt für Spiel- und Wahrscheinlichkeitstheorien. Wahrscheinlichkeitsrechnungen kennt der eine oder andere vielleicht noch aus Schulzeiten. Sie dienen dazu das Eintreten eines möglichen Ereignisses vorherzusagen. Zum Beispiel: Morgen scheint entweder die Sonne oder es regnet. Welches der beiden Ereignisse eintritt wissen wir jedoch nicht. Aber, wir können den Ereignissen eine Art Gewicht zusprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es morgen regnet liegt bei 90%. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Sonne scheint jedoch nur bei 10%. Ob beim Pokerspiel oder der Wettervorhersage, Wahrscheinlichkeitsrechnungen sind unbewusst in unserem Alltag präsent.

Spieltheorien sind ebenfalls universal anwendbar. Sie sind eine mathematische Methode, um in sozialen Situationen wie einem Pokerspiel das Entscheidungsverhalten von anderen Spielern zu kalkulieren bzw. abzuschätzen. Angewandt in Bereichen wie der Politik oder Wirtschaft können Sie Normalsterblichen helfen komplexe Tarifverhandlungen und politischen Negoziierungen in der Welt besser zu verstehen.

Die Übertragbarkeit wichtiger Theorien, Konzepte und Fähigkeit im Alltag hat auch die Universität von Ottawa in ihrer Entscheidung zum Poker Unterricht bekräftigt. Der Unterricht der Studenten besteht aus einer Mischung von Theorie und Praxis. Wer vor dem Kurs üben möchte, oder sich den Kurs nicht leisten kann, aber trotzdem die Fähigkeiten erlernen will, der kann dies über verschiedenste online Anbieter versuchen. Im Internet kann man nicht nur das Poker spielen erlenen, sondern auch sein Wissen durch das lesen von Artikeln, oder das Anschauen von Beispielen erweitern. Dazu kommt auch das Erweitern zusätzlicher Fähigkeiten für den Computer, für Business bezogene Themen und vieles mehr. Somit kann auch das online lernen sehr breitgefächert sein und theoretische sowie praktische Inhalte miteinander verbinden. Poker ist also alles andere als nur ein Glücksspiel. Es lehrt uns wie und wann man Risiken eingeht, Fehler minimiert und sich in Stresssituationen rational verhält.

Was die Studenten außer Mathe, Psychologie und Geschichte sonst noch vom Pokerspiel lernen werden, wird sich wohl erst nach dem ersten Testlauf des Kurses herausstellen. Interessant sind der Aufbau und die Beschreibung des Unterrichts alle Male. Wer interessiert ist kann einen Einblick in die englische Kursbeschreibung werfen.

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