Bildung ist international!

Wissenschaft weltoffen: Wie die Hochschullandschaft auf Europakritik und Abschottungspolitik reagiert

Wissenschaft, Forschung und Bildung leben vom internationalen Austausch. Eine Internationalisierung der Hochschulen und die Steigerung der Studentenmobilität sind erklärtes Ziel der Bundesregierung. Diverse internationale Entwicklungen und Geschehnisse erschweren dies jedoch erheblich. Donald Trump propagiert Abschottungspolitik unter der Maxime „America First“. Der Brexit ist nur eine Ausprägung der Europakritik, für die rechtspopulistische Parteien in mehreren europäischen Staaten stehen – nicht zuletzt basierend auf der Flüchtlingskrise, die seit 2015 eine Herausforderung der internationalen Zusammenarbeit auf EU-Ebene darstellt.

Die deutsche Hochschullandschaft reagiert auf diese Tendenzen mit einer ausdrücklichen Haltung für Demokratie, Offenheit, Integration und Austausch. Deutschlandweit hat vor Allem die Aktion unter dem Slogan „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“, initiiert von der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz, Wellen geschlagen. Studienwahlmessen wie die MASTER AND MORE Messen leisten ihren Beitrag als Schnittstellen zwischen Hochschulen und Studieninteressenten – europaweit.

Internationalisierung
Um Diskriminierung, starre Ansichten und Vorurteile zu überwinden, braucht es Offenheit. Deutsche Universitäten und Fachhochschulen etablieren deshalb noch vielfältigere und besser zugängliche Wege in die Welt für Wissenschaftler und Studenten. Zeitgleich werden die Türen für ausländische Interessenten noch weiter geöffnet, um auch innerhalb der Hochschule vielfältige Perspektiven und vielstimmigen Dialog zu bewahren und zu fördern.

Die Technische Universität Dresden erleichtert den ausländischen Studierenden ihren Einstieg in Deutschland im Welcome Center, welches neben persönlicher Beratung Informationsbroschüren und Veranstaltungen anbietet. Um die internationalen Kontakte zu pflegen, wird zudem ein weltweites Alumni-Netzwerk aufrechterhalten – als Regionalbotschafter stehen diese Alumni dann für Fragen zu einem Auslandsaufenthalt in ihrem Heimatland mit Rat und Tat zur Seite.

Das einschlägige Programm der Universität Göttingen nennt sich InDiGU und lädt zu Workshops und Projekten ein, die interkulturelle Kompetenzen fördern, Engagement stärken und vor Allem langanhaltende Netzwerke zwischen Studierenden aus verschiedensten Ländern und mit unterschiedlichsten Ethnien schaffen sollen.

Anti-Diskriminierung
Eine kreative Form, sich gegen Diskriminierung auszusprechen und für gelebte Vielfalt zu plädieren, hat sich die Universität Hohenheim einfallen lassen: „We are colorful!“ heißt die Selfie-Kampagne, bei der die Studierenden zeigen sollen, wo ihre Wurzeln liegen.

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Köln hat ein Referat mit dem Zuständigkeitsbereich Anti-Diskriminierung. Bei gemeinsamen Aktionstagen, Veranstaltungen und Festen werden Vorurteile durch unkomplizierte und direkte Begegnung abgebaut.

Auch das Deutsche Studentenwerk setzt sich für Chancengleichheit und Diversität ein und unterstützt mit seinen Beratungsangeboten Studierende mit Migrationshintergrund.

Integration
Ebenfalls an der Universität Köln beheimatet ist der UzK Academic Refugee Support. Geflüchtete Menschen können sich hier zu Studienmöglichkeiten informieren oder Unterstützung beim Wiedereinstieg in ihren Wissenschaftsbereich bekommen.

Das Potential, das viele Menschen, die nach ihrer Flucht in Deutschland gelandet sind, mitbringen, haben viele deutsche Hochschulen bereits erkannt. Dementsprechend wurden inzwischen nahezu überall entsprechende Beratungs- und Informationsstellen eingerichtet. Die Hochschule Heilbronn versucht durch eine Mischung aus Expertenvorträgen, individuellen Beratungsgesprächen und Kursen Flüchtlingen beim (Wieder-)Einstieg in Studium oder Berufsleben zur Seite zu stehen. An der Ruhr-Universität in Bochum werden – wie vielerorts – im Zuge der Initiative „Universität ohne Grenzen“ intensive Deutschkursangebote vom Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) finanziell gefördert.

Internationale Reaktionen
Aber nicht nur deutschlandweit, sondern auch auf internationaler Ebene fühlen sich Hochschulen zum Einsatz gegen die politische Tendenz der Abschottung berufen. Insbesondere der Brexit hat eine Reaktionswelle britischer Hochschulen ausgelöst, die im Rahmen der Kampagne #WeAreInternational ihren Fokus auf internationalen Austausch betonen und ihrem Stolz auf die internationale, vielfältige Studierendenschaft des UK Ausdruck verleihen.

Wissenschaft weltoffen
Die Publikation „Wissenschaft weltoffen“ von DAAD und DZHW zeigte kürzlich, dass derzeit 355.000 ausländische Studierende – und damit mehr als je zuvor – an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind. Aber nicht nur Deutschland ist ein international attraktiver Studien- und Forschungsstandpunkt, auch die deutschen Studierenden nutzen die zahlreichen Möglichkeiten, das gesamte Studium oder einzelne Semester im Ausland zu absolvieren. Der weltweite Trend zeigt also: Studierende sind über Landes- und Kulturgrenzen hinweg mobil.

Und das ist nicht nur aus ideellen und bildungsbiographischen Gesichtspunkten positiv zu bewerten – eine große Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern birgt handfeste gesellschaftliche Vorteile und ist Voraussetzung für funktionierenden Austausch in der Spitzenforschung, Fortschritt, Innovationen und wirtschaftlichen Erfolg.


Kontakte in die Welt – Die MASTER AND MORE Messen
Studienwahlmessen wie die MASTER AND MORE Messen bilden wichtige Schnittstellen für Hochschulen und Studieninteressenten aller Nationalitäten und wollen eine Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen und Optionen zu entdecken – insbesondere auch Optionen, neue Kulturen kennenzulernen und in einem komplett neuen Umfeld Talente auszubauen. Weil Bildung eine wichtige Brücke zwischen Ländern und Kontinenten ist, sind internationale Studierende ein zukunftsweisender Baustein hin zu einer solidarisch vernetzen Welt.

Die MASTER AND MORE Messen richten sich an Bachelor-Studierende und -Absolventen. Sie touren zwischen November 2017 und Mai 2018 durch sieben europäische Länder – in Deutschland finden insgesamt Messen an elf Standorten statt. Es stellen sowohl deutsche als auch internationale Hochschulen mit umfassendem Studienangebot aus. Alle Termine finden sich auf www.master-and-more.de.

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