Bildung – aber bitte to go!

Ein personalisiertes Beratungstool, das schnell und unkompliziert für jeden aus einer Vielzahl von Möglichkeiten den richtigen Bildungsanbieter findet. Mit diesem Konzept ist die Webseite noodle.org in den USA auf dem Weg, das „next big thing“ der Suchmaschinen zu werden.

noodle.org bringt Menschen und Bildungseinrichtungen zusammen

3,7 Millionen Suchanfragen verzeichnet der Begriff „Bildung“ monatlich bei Google. Das Ergebnis einer solchen Suche sind Hunderte Seiten Information, die der normale Verbraucher kaum verarbeiten kann. Spezialisierte und hochintelligente Suchmaschinen, die abgestimmt auf die persönlichen Bedürfnisse der User unkompliziert einen Überblick über die sich stetig vergrößernde Flut der Anbieter von Aus- und Weiterbildung verschaffen, sind eine Marktlücke, die es in Zukunft für Unternehmen verstärkt zu nutzen gilt.

Gesucht wird: „The next big thing“ to Google. Der deutsche Testsieger bei den auf Bildungsanbieter fokussierten Suchmaschinen war bei einer Untersuchung von Stiftung Warentest mit der Note 1,6 (gut) Kurs.Net, die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit. Diese hält 526.546 Bildungsangebote bereit, darunter 27.089 Studienangebote. Das    Suchergebnis sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob der jeweilige Bildungsanbieter auch zu den individuellen Bedürfnissen, das heißt zum Budget, zu den Interessen und den Erwartungen an die Bildung des Benutzers passt. Kurs.Net liefert also Daten, nimmt aber keine Auswertung dieses Materials vor. Doch genau das ist gefragt: Gezieltes Matching von Daten nach möglichst vielen Suchkriterien des Verbrauchers.

“Bildung”: Viele Treffer aber wenig Hilfe

In den USA hat man das bereits erkannt, denn an der Stelle, an der Kurs.Net aufhört, setzt Noodle an und geht noch weiter. Noodle-Gründer John Katzman ist Individualist, kreativer Kopf und ein echter Pionier, wenn es darum geht, Bildungsberatung neu zu denken und den hohen Anforderungen der User an Suchmaschinen, die sich aufgrund der immer differenzierter werdenden Bildungsangebote ergeben, anzupassen. Schon während seines BA-Studiums an der Princeton University befasste John Katzman sich intensiv mit Messmethoden akademischen Erfolgs sowie standardisierten Testverfahren wie dem in den USA für jeden Highschool-Absolventen verpflichtenden SAT-Test. Katzman, der kein Freund derartiger Leistungsnachweise ist, wollte nach seinem Abschluss  jungen Menschen, die vor Prüfungssituationen stehen, gezielte Hilfestellung bieten. So entstand im Jahr 1981 die Idee zu The Princeton Review,  ein Unternehmen, das über ein Netzwerk aus mittlerweile 5.000 Lehrern und Tutoren in den USA und Kanada Menschen aller Alters klassen durch gezieltes Coaching helfen will, in standardisierten Tests erfolgreich zu sein.

Mit mittlerweile über 150 Print- und Onlinepublikationen und regelmäßig erscheinenden Hochschulrankings bietet The Princeton Review außerdem umfassende Informationen für die Zielgruppe. Zwar ist John Katzman seit 2007 nicht mehr Teil des Unternehmens und hinter dem Namen The Princeton Review verbirgt sich heute das Start-up TPR Education LLC, die Erfolgsstrategie bleibt jedoch die gleiche.

Mit der Gründung von 2Tor im Jahr 2008 entwickelte John Katzman sich immer mehr vom Jungunternehmer zur führenden Autorität des Assesments und Testverfahren zum Hochschulzugang. 2Tor könnte man auch als Weiterentwicklung von The Princeton Review bezeichnen. Als eines der ersten Unternehmen bringt die Plattform Anbieter von Online-Lernprogrammen und ihre Interessenten zusammen. Vier Jahre nach Unternehmens- gründung hat 2Tor sich mit 96 Millionen Dollar Risikokapital die Position des Marktführers gesichert und wurde vom Forbes Magazine zu einem der zehn Start-ups gekürt, die die Welt verändern könnten.

Noodle gibt es seit 2011 und verspricht den Erfolg von 2Tor noch zu übertreffen. Bereits im ersten Jahr der Unternehmensgründung konnte Noodle Investorengelder in Höhe von fünf Millionen Dollar verzeichnen, zudem erwartet man für das erste Geschäftsjahr Einnahmen in Höhe von weiteren sieben Millionen Dollar. Lebenslanges Lernen war von jeher ein Thema, das John Katzman faszinierte. So kam ihm die Idee einer personalisierten Suchmaschine, die mit- denkt und für den Interessenten den Bildungsanbieter findet, der zu ihm und seinen individuellen Bedürfnissen passt. Und zwar von der Vorschule bis zum Berufseinstieg und darüber hinaus. Unter den mittlerweile 503.817 auf Noodle registrierten Unternehmen befinden sich unter anderem Colleges, Universitäten, Anbieter von Sport- und Sprachkursen und Karriereberatungen. Der hier von Katzman geschaffene Datenpool wächst fast stündlich. Das Prinzip funktioniert in etwa so: Zunächst registriert sich der User mit seiner Mailadresse oder seinem Facebook-Account auf noodle.org. In einer Art Baukasten kann er nun auswählen, nach was für einer Art Anbieter er sucht. Danach bekommt er von Noodle Fragen zu seinen Präferenzen gestellt. Die eigentliche Suche – zum Beispiel nach einem College, das den eigenen Vorstellungen möglichst genau entspricht – gestaltet sich recht einfach. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, will Noodle zum Beispiel wissen, in welchen Fächer in den Vorbereitungstest – diese sind in den USA üblich – die höchste Punktzahl erzielt wurde, wie wichtig das soziale Leben am zukünftigen Campus für den User ist, welchen Stellenwert Freizeit während  des Studiums einnimmt und welche Sportarten vom Suchenden am liebsten ausgeübt werden. Natürlich wird auch die Möglichkeit des Users, Studiengebühren aufzubringen, beim Suchergebnis berücksichtigt.

Auf 2Tor folgt Noodle – und noch mehr Erfolg?

Nachdem Noodle alle Suchkriterien abgefragt hat, wird die Datenbank mit Anbietern im gesamten Gebiet der USA abgeglichen und am Ende spuckt der „Wizard“ die für den User besten Matches aus. Im Fall der Collegesuche gibt Noodle dabei im Überblick für den jeweiligen Campus an, wie groß er ist, wie streng die Aufnahmekriterien und wie hoch die Studiengebühren sind. In der Detailansicht können Informationen zum Studienangebot, zum sozialen Leben, zu Auswahlverfahren und Bewerbungsfris-ten eingesehen werden. Dieser Rundum-Service ist in seiner Art einzigartig und existiert bislang nur in den USA. Noodle zeigt heute schon, was für die Suchmaschine von morgen wichtig ist: Eine Mischung aus einem möglichst großen Datenpool, personalisierten Suchkriterien und gezieltem Matching. Nicht zuletzt auch wegen dem Austausch, der auf noodle.org zwischen den Usern stattfindet, wurde Noodle vom Forbes Magazine als eines der zehn „Greatest Industry-Disrupting Startups“ des Jahres 2012 ausgezeichnet. Denn neben der Möglichkeit, gezielt Bildungsangebote zu finden, kann man zudem eine Liste mit seinen persönlichen Favoriten erstellen, diese teilen und sich mit anderen Usern vernetzen. Und was sind „Noodlings“? Mit den sogenannten „Noodlings“ hat John Katzman seine ganz eigene Bezeichnung für Beiträge im Noodle-Blog erfunden.  Hier geben Experten Hilfestellungen zum stressfreien ersten Schultag, dem sozialen Leben auf dem Campus, Jobs während des Studiums, Studienfinanzierung und allem, was sonst noch im Schüler- und Studentenleben eine Rolle spielt.

1.098 Follower auf Twitter und 432 Facebook-Fans zeigen auch auf Verbraucherseite, dass ein Konzept wie Noodle wichtig ist, weil in Zukunft nur der im Informationsdschungel auf lange Sicht den Überblick behalten wird, der weiß, wie er sich orientieren muss und gezielt die Hilfe nutzt, die ihm angeboten wird. Schon heute ist Noodle  auf dem besten Weg, neben Google „the next big thing“ im Bereich der Suchmaschinen zu werden und neue Maßstäbe in der Datenverarbeitung zu setzen.

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