Yates: Zeiten des Aufruhrs

Wie die Alltäglichkeit eine Beziehung zerstören kann

© Paramount Pictures

Romanautor Richard Yates schreibt in seinem Werk „Zeiten des Aufruhrs“, welches erstmals 1961 unter dem Titel „Revolutionary Road“ erschienen ist, von dem Auf und Ab in Partnerschaften, von verlorenen Träumen und davon, wie aus Liebe schnell Hass werden kann.

Mittelpunkt des Dramas bilden Frank und April Wheeler. Frank war in Studentenjahren ein Denker und Erzähler, er konnte Leute in seinen Bann ziehen und liebte seine Freiheit. April hingegen war schon seit ihrer Jugend auf der Suche nach etwas, dass ihr selber unbekannt ist. Ihre Beziehung beginnt als eine Affäre und mündet in eine Hochzeit, als April unverhofft schwanger wird. Vehement wehrt sich die junge Frau gegen die Schwangerschaft bis Frank sie überredet, das Kind zu behalten. Es folgt die Hochzeit und ein Umzug in ein Haus in der Revolutionary Road in einer Vorstadt von New York.

Mit dem Umzug von der Großstadt auf das Land, haben beide ihre Träume und Sehnsüchte zurückgelassen.

7 Jahre später

Die Haupthandlung von „Zeiten des Aufruhrs“ spielt im Jahr 1956. Richard Yates Hauptfiguren leben ihr Leben seit dem Umzug vor sich hin. Gestresst von Kindererziehung, Unzufriedenheit und stupidem Alltagsleben gerät das Ehepaar immer wieder in Konflikt.

Während Frank Wheeler sich in eine harmlose und kurze Affäre stürzt um sich seine Männlichkeit zu bestätigen, versucht April ihre Ehe zu retten. Sie sieht keinen anderen Ausweg aus der Misere, als mit Kind und Kegel Amerika zu verlassen und nach Europa auszuwandern.

Schließlich überredet sie ihren Ehemann zu diesem Vorhaben. Während der Planung entwickelt das Ehepaar neue Träume und Sehnsüchte. Die Hauptfiguren entdecken wieder neue Gefühle und neue Leidenschaft für einander.

In dieser Zeit, finden beide genug Ablenkung, Beschäftigung und vor allem Abwechslung, sodass es kaum noch zu Streitigkeiten kommt und es so scheint, als wäre die Ehe der beiden auf dem Wege der Besserung.

Der Wendepunkt

Schließlich wird April ein drittes Mal schwanger, was dazu führt, dass die Familie Wheeler nicht im Stande ist, den geplanten Umzug in die Tat umzusetzen. Das ist der Wendepunkt ihrer Ehe. Die Konflikte beginnen und das Paar nimmt seine alten Streitigkeiten wieder auf. Um ihre Ehe zu retten und doch noch nach Europa gehen zu können, plant April das Ungeborene selbst abzutreiben. Verletzt in seiner Männlichkeit, führt Frank seine zuvor flüchtig begonnene Affäre als eine dauerhafte weiter.

Die Streitigkeiten zwischen den Hauptfiguren aus „Zeiten des Aufruhrs“ spitzen sich zu und so wird aus Liebe: Hass.

Das Ende

Höhepunkt des Romans von Richard Yates, ist der von April gefasste Entschluss, sich selbst und ihrem Ehemann weiteres Leid zu ersparen, mit fatalen Konsequenzen …

Richard Yates, der heute zu einem der wichtigsten Autoren der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts gehört, schreibt in seinem Buch „Zeiten des Aufruhrs“ über die Vergänglichkeit und Relativität von Beziehungen und Gefühlen. Dabei hat er, so scheint es, immer den amerikanischen Traum im Hinterkopf.

Trotz eines recht anstrengenden Schreibstils, lässt sich der Roman gut lesen, allerdings fehlt es an einigen Stellen an „Würze“. Dennoch enthält er viele spannende Stellen und besonders zum Ende der Kapitel, findet der Autor immer wieder zu kleineren Höhepunkten der Handlung.

„Zeiten des Aufruhrs“ ist eine Lektüre, die trotz ihres Erscheinungsdatums – 1961 – noch von größter Aktualität ist. Die Welt hat sich anscheinend nicht großartig verändert seit Richard Yates sein Buch geschrieben hat.

Alles in allem, lässt sich sagen, dass der Roman „Zeiten des Aufruhrs“ ein wichtiges Werk unserer Literatur des 20. Jahrhunderts ist, da er kaum an Aktualität verliert, dennoch ist er sehr speziell und wohl nicht jedermanns Geschmack.

Anna-Lena Wirz

 

Richard Yates

Zeiten des Aufruhrs

Roman

358 Seiten

14,95 Euro

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