Verbindungsprobleme

Gerade in den letzten Monaten gab es immer wieder Schreckensmeldungen von ausgespähten E-Mail-Konten & Co. der Oscar®-nominierte Dokumentarfilmer Henry-Alex Rubin hat die Gefahren des Internets nun in einen prominent besetzten und eindringlich gespielten Episodenfilm gepackt. Seit 5. Juni gibt es „Disconnect“ auf DVD und Blu-ray sowie als Video on Demand.

Verbindungsprobleme
Nina verbindet bald mehr als berufliches Interesse mit dem jungen Kyle, der sein Geld im Internet verdient. © Weltkino

Mehr Möglichkeiten, weniger Kommunikation

Rich (Jason Bateman) ist ein viel beschäftigter Anwalt. Sein Handy kann er selbst am Esstisch nicht aus der Hand legen, obwohl den Kindern natürlich anderes gepredigt wird. Wie sich heraus stellen wird, ist Vorsicht auch tatsächlich angebracht. Sohn Ben (Jonah Bobo) ist ein sensibler Außenseiter an der Schule. Natürlich sind die weiten Welten des Internets da verlockender als der Mobbing-Alltag an der Schule. Nur dass die Gemeinheiten seiner Mitschüler Frye (Aviad Bernstein) und Jason Dixon (Colin Ford) auch vor Cybermobbing-Attacken nicht halt machen. Dabei arbeitet dessen Vater Mike (Frank Grillo) als Privatermittler für Internetdelikte eigentlich genau gegen solche Attacken. Trotzdem übersieht er, womit sich sein Sprössling die freie Zeit vertreibt.

Verbindungsprobleme
Derek verzweifelt an der Bürokratie. © Weltkino

Vielleicht weil er zu beschäftig mit seinem aktuellen Fall ist. Dem Ehepaar Hull, ohnehin schwer traumatisiert vom Tod des Kindes, wurde im Internet die Identität geklaut. Beide waren sie zu unbedarft und unvorsichtig. Während Cindy (Paula Patton) ihre Trauer in einem Internetforum verarbeitet, verbeißt sich ihr Mann Derek (Alexander Skarsgård) in seine Arbeit und taucht immer wieder in die Welt des Online-Pokers ab. Und ehe sie sich versehen, sind ihre Kreditkarten restlos überzogen und die Behörden keine große Hilfe. Also beauftragen sie Ermittler Mike, der auch bald einen Verdächtigen auftut … Cindys Chatpartner, dem sie ihre geheimsten Gedanken anvertraut hat.

Hinzu kommt dann noch ein weiterer Handlungsstrang: Die ehrgeizige Journalistin Nina Dunham (Andrea Riseborough) ist auf der Suche nach einer großen Story. Die wittert sie, als sie bei Recherchen im Pornochat den minderjährigen Kyle kennenlernt. Die große Geschichte interessiert aber bald nicht nur CNN, sondern auch das FBI. Und plötzlich wird die Sache ziemlich brenzlig für alle Beteiligten. In allen Handlungssträngen. 

Dicht und spannend erzähltes Drama 

Eines macht Henry-Alex Rubin unmissverständlich klar in seinem Film „Disconnect“: Was im Web passiert, bleibt eben nicht nur dort! Die schöne neue Online-Welt kann weitreichende Konsequenzen für unser alltägliches Offline-Leben haben. Rubin will begreifbar machen, welchen Gefahren wir uns für die bequemere Kommunikation bereitwillig aussetzen. Und wie unreflektiert wir neue Medien bisweilen verwenden. 

Verbindungsprobleme

Herausgekommen ist eine spannende, und abwechslungsreiche, wenngleich vielleicht nicht unfassbar innovative Ansammlung von Episoden, die insbesondere durch das kraftvolle und überzeugende Spiel der Darsteller lebt. Und die vielleicht dazu beiträgt  – oder zumindest dazu beitragen sollte – dass wir unsere täglichen Beziehungen in der digitalen Welt einmal überdenken oder sogar ein Stück weit neu definieren.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Disconnect

Regie: Henry-Alex Rubin
Darsteller: Jason Bateman, Alexander Skarsgård, Paula Patton, Andrea Riseborough, Max Thieriot

Im Vertrieb von Weltkino seit 5. Juni auf DVD und Blu-ray

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