Stell dir vor, es ist Krieg & du ziehst um!

In Deana Zinßmeisters Roman „Der Hexenschwur“ wird erneut die Geschichte rund um den Dreißigjährigen Krieg lebendig. Mitten in einem zerrissenen und zerstörten Deutschland macht sich die Familie Bonner auf einen langen Weg. Einen Weg, der ihre eigene Zerrissenheit heilen und ihnen die Heimat wiedergeben soll. Einen Weg, der sie schlussendlich auch zu einer glücklicheren Zukunft führen könnte?

Rezension Zinßmeister
Deana Zinßmeister – Der Hexenschwur

Der aus Thüringen stammende Johann Bonner beschließt, während des Dreißigjährigen Krieges mitsamt seiner Familie umzuziehen. Das kühne Wagnis soll sie in seine Heimat führen, aufs Eichsfeld. Der Preis ist hoch, denn sie lassen ihr komfortables Leben, ihre Freunde und ihre Sicherheit hinter sich. Da das gesamte Land durch den bereits lange wütenden Krieg im Chaos versunken ist, führt ihre Reise sie über allerlei riskante Umwege.

Einfach kompliziert!

Doch das ist nicht alles: auch innerhalb der Familie wütet die Vergangenheit noch immer und droht, sie unwiederbringlich zu entzweien. Es gibt mehr als ein Familiengeheimnis, das den zerbrechlichen Zusammenhalt der Familie zerschlagen könnte. Schließlich kommt es zu einem alles verändernden Überfall, bei dem Johann fast stirbt und Magdalena, seine Tochter, in dem Retter auf die Liebe ihres Lebens trifft. Was sich seinerseits ebenfalls kompliziert gestaltet, gehört der Retter der Familie als Schwede doch zu den erklärten Feinden des Landes. In welche Zukunft führt Johann seine Familie?

Die Geschichte zur Geschichte

Der Dreißigjährige Krieg scheint sich zum zentralen Objekt des Geschehens in den Romanen von Deana Zinßmeister entwickelt zu haben. Obwohl man meinen könnte, dass sie damit auf Dauer Gefahr läuft, dass ihre Romane einander zu ähnlich werden, ist dem nicht so. In „Der Hexenschwur“ schafft sie den Sprung zu einer in sich geschlossenen Trilogie, deren Bände einzeln betrachtet ebenso wertige Erzählungen darstellen.

Im Gegensatz zu ihrer vorherigen Erscheinung „Das Pestzeichen“ werden alle Szenen ausführlich genug beschrieben und sind ausreichend wahrheitsgemäße Details enthalten. Damit fühlt sich der Leser emotional als Teil der Handlung. Auch der Schreibstil hat sich deutlich weiterentwickelt: was sich früher manchmal noch etwas holperig gelesen hat, hat sich jetzt zu einem Schreibstil ausgebaut, der Deana Zinßmeister eigen ist.  Abschließend bleibt zu sagen, dass sie selbst zwar noch (!) keine Iny Lorentz ist – aber man gespannt sein darf, wohin ihre eigene Reise als Autorin die Leser noch führt.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Deana Zinßmeister. Der Hexenschwur.
Goldmann Verlag. 9,99 Euro.

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