Spannender Politthriller: Tödliche Fehler

Spannung pur verspricht auch der neue Politthriller von Gregg Hurwitz.

„Tödlicher Fehler“ von Gregg Hurwitz ist wieder ein spannungsgeladener Politthriller. Wie man es von diesem Autor gewohnt ist, legt man nach Beginn das Buch erst wieder aus der Hand, wenn man es mit einem tiefen Seufzen am Ende zuklappen kann, weil man weiß, dass alle lösbaren Fragen geklärt sind.

 
Verhängnisvolle Vergangenheit
In diesem unabhängigen Action-Polit-Thriller geht es um Nick, der als 17 jähriger Junge miterleben muss, wie sein Stiefvater ermordet wird. Aus gewissen Gründen bildet er sich ein, Schuld zu haben am Tod des geliebten Stiefvaters, der zur damaligen Zeit als Agent des Secret Service arbeitete. 20 Jahre später wird Nicks Wohnung ohne Vorwarnung von einem Sondereinsatzkommando gestürmt. Er soll Verbindung zu einem Terroristen haben und wird sichergestellt.

Es wird Nick und dem Leser recht schnell klar, dass dieses absurde Vorkommnis eine Folge von Nicks Vergangenheit ist und er offensichtlich von Beginn an in eine brisante Verschwörung verstrickt wurde, die zu Zeiten der Regierungswahl wieder absolut aktuell und explosiv ist.

 
Aktuelle Thematik
Auch bei diesem Thriller ist man nach wenigen Zeilen mitten in der Geschichte. Temporeich und spannend geht es weiter, es bleibt keine Zeit nachzugrübeln, ob die Szenerie abstrus gezeichnet ist, denn in den USA ist ja schier alles möglich. Auch die Szene im Atomkraftwerk, könnte gerade aufgrund der Geschehnisse in Japan nicht aktueller sein.

 
Nichts ist, wie es scheint

Sehr sympathisch ist Nick. Mitte 30, ledig, gescheitert und im Leben eigentlich eher der „Wegläufer“, der sich den Weg des geringsten Wiederstandes suchte, hier aber an die absoluten Grenzen geführt wird, sowohl privat als auch beruflich, man bemerkt als Leser den Hintergrund des Autors, der ja nicht nur englische Literatur, sondern auch Psychologie studierte, bevor er seiner Leidenschaft als Autor nachgab.

Hunderte Seiten lang weiß man als Leser definitiv nicht, ob Nick wirklich Grund hat wegzulaufen, oder ob er einer Paranoia unterliegt. Und wem soll er trauen? Wer ist in diesem Spiel böse, wer ist gut, wem kann man sich anvertrauen, vor wem muss man weglaufen? Nichts, aber wirklich nichts ist, wie es scheint, je weiter Nick versucht Licht ins Dunkel zu bringen, desto mehr Täuschungen, Intrigen und Lügen kommen zum Vorschein, aber wer ist denn nun der Lügner? Wer ist der Maulwurf? Wer hat wen umgebracht und aus welchen Gründen und warum wird Nick letztendlich von verschiedenen konkurrierenden Organisationen gesucht und verfolgt?

 
Fazit

Spannung pur, ein typischer Hurwitz eben. Kaum angefangen, schon kommt man nicht mehr los. Was mir bei Gregg Hurwitz auch immer sehr gut gefällt: Diese sehr verletzlichen, menschlichen und sehr gut ausgearbeiteten Persönlichkeiten, die männlichen Helden, die eigentlich aus purer Verzweiflung gezwungen sind, über sich hinauszuwachsen und für die es dennoch nicht das Happy End gibt, auf das der Leser so hofft.
Nach „Black out“ der zweite für sich stehende Thriller. Gregg Hurwitz hat sich damit endgültig zu meinen bevorzugt-gelesenen Autoren gesellt.

 

5 Punkte von 5 Punkten

14,99 Euro

448 Seiten

Droemer (14. Februar 2011)

Share.