So kalt wie Eis

Sie ist Ravennas kleine Schwester – und könnte ihr nicht weniger ähnlich sein. Bis ein Mord sie in ihren Grundfesten erschüttert und das grausame Alter Ego erwacht: Die Ice Queen.

Alle Bilder: Universal Pictures
Alle Bilder: Universal Pictures

Sie ist diejenige, die lieben will. Nicht herrschen, nicht töten, nicht intrigieren. Und so kommt es, dass die kleine Schwester von der Bösen Königin – Ravenna – ihrem Liebhaber ein Kind gebiert. Eine Heirat wäre jetzt schon ideal, aber Ravenna ist in ihrer Meinung unerbittlich: Der Kerl ist nur ein Mann und damit ist für sie klar, dass er ihre Schwester im Stich lassen wird. Kurz scheint es, als könnte sie tatsächlich im Unrecht sein – doch dann geschieht der Verrat, und er ist grausamer als alles Vorstellbare. 

Es ist nichts Geringeres als der Tod ihres Kindes, der die jüngere Schwester von Ravenna in den Wahnsinn reißt – und ihre magische Macht entfesselt. Fortan ist das Eis das Element ihrer Natur – weil sie ihr eigenes Herz gerne kalt stellen würde. Als Ice Queen erobert sie sich ein Land, überzieht es mit Eis und die benachbarten Länder mit Krieg. Ihre Männer überfallen Wohnsiedlungen, töten die Eltern, rauben die Kinder. Diese werden fortan als Kämpfer trainiert – sie sind die Hunts(wo)men der Königin. Es kommt, wie es kommen muss: Ein Liebespaar findet zusammen und eine Katastrophe nimmt ihren Lauf …

Die Kritik

Beginnen wir doch mal bei der Optik: Sensationell. Grandios. Unfassbar schön. Die Gestaltung der Kostüme ist absolut unvergesslich und fabelhaft. Dafür müsste ein Oscar fällig werden, denn hier spielt so viel Aufwand und Fantasie eine Rolle, dass das ausgezeichnet werden müsste. Selten so viel mit hingucken beschäftigt gewesen! Zusammen mit richtig guten Schauspielleistungen – vor allem die Eiskönigin – ist es ein cineastisches Abenteuer, das man echt nicht verpassen darf!

Was nicht heißt, dass fehlender Inhalt durch tolle Optik wiedergutgemacht werden soll. Natürlich ist klar, dass sich zwischen einem Huntsman und einer Huntswoman irgendwann mal ein Liebesverhältnis entstehen muss. Die betroffene Dame gehört zum einen nicht zum durchgängigen Hollywood-Schick, sondern schaut so herzerweichend normal aus! Zum anderen sind sie kein Herzchen-aus-den-Augen-ploppendes Liebespaar, sondern eben Kämpfer.Und als solches moralisch ja nicht ganz einwandfrei, weil sie zu denen gehören, die die Dörfer überfallen und neue Kinder entführen. Die Eiskönigin selbst ist ja auch nur böse geworden, weil jemand ihr Baby getötet hat – eine Emotion, die wahrscheinlich jede Mutter ziemlich gut nachvollziehen kann. Die Sache mit demn „wwer ist gut“ und „wer ist böse“ ist also gar nmicht so eindeutig. Das gibt der Handlung noch wesentlich mehr Tiefe. Wirklich böse ist ausschließlich Ravenna, die auch noch einen bärenstarken Auftritt hinlegen darf.

Die Moral von der Geschicht? ’s Leben ist hart, aber es gibt Licht.

Allein das drumherum wirft Fragen auf: Der Jäger und die Eiskönigin. So einfach hätte alles übersetzt werden können, aber es wurde stur auf englische Bezeichnungen gesetzt. Das ist unnötig und hört sich im gesprochenen Wort auch deutlich komplizierter an.

Bettina Riedel (academicworld.net)

The Huntsman & the Ice Queen

Ab dem 7. April im Verleih von Universal im Kino!

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