Schattenkriegermassaker

Er ist der Wächter. Doch in seiner Stadt haben sich Diebesgilden wie eiterndes Geschwür ausgebreitet – es muss ausgebrannt werden! Dass sein Vater das Anführer der Gesetzlosen ist, stört ihn dabei wenig. Vielmehr kommt ihm seine Menschlichkeit in die Quere …

Der geheimnisvolle Wächter sorgt in der Stadt Veldaren für Gerechtigkeit. Oder würde es gerne, denn er ist allein in einer Stadt voller Diebe, die sich offiziell sogar in Gilden organisieren. Seine Identität hält er streng geheim: Nicht nur, weil er sonst mit der Rachsucht der Diebe zu kämpfen hätte. Nein, sein Vater ist Thren, der Anführer der Diebe, der sich erneut daran macht, die Macht in der Stadt volends zu übernehmen. Als wäre das nicht genug, taucht plötzlich ein Mann auf, der sich Todesmaske nennt – und das gleiche Ziel hat. Seine Methode? Tödlich und effizient. Seine Agenda stimmt nicht wirklich mit der vom Wächter überein und so kommt es, wie es kommen muss: Sie kämpfen gemeinsam gegeneinander …

Die Kritik

Das Buch ist Teil einer Reihe und kann trotzdem als Einstieg gelesen werden. Zwei, drei der wichtigsten Informationen werden wieder aufgegriffen, sodass auch neue Leser der Handlung folgen können. Andererseits könnte man sich durchaus die Lesefreude an den vorhergehenden Bänden ruinieren – weil man beispielsweise weiß, dass der Wächter offenbar überlebt haben muss. 

Streckenweise ist das Buch wirklich gut und hangelt sich logisch von einer Handlung zur nächsten. Bisweilen ist dem Autor aber sein Wortschatz etwas abhandengekommen: Ständig werden Bäuche oder Kehlen aufgeschlitzt. Vielleicht sollte er sich einige Kampfkurse oder einfach ein bisschen Literatur über Folter zu Gemüte führen. Durch diese häufigen Begriffe wirkt das Buch insgesamt etwas … gleichmäßig. Nicht langweilig, nicht öde, aber auch nicht herausragend spannend. 

Eine absolute Größe in der Fantasy-Welt wird das Buch sicherlich nicht, dafür ist die Handlung zu einfach strukturiert und komplex. Zwischendrin stolpert man etwas über den Stil des Autors: In einem Satz spricht er von Angreifern mit verhüllten Gesichtern. Den zweiten Satz beginnt er plötzlich mit derem Namen – da stockt der Gedankenfluss zwecks Irritation und eine schöne Szene ist plötzlich zerissen. Dazu kommen einige grammatikalische Fehler in der Übersetzung. Mit der fehlenden Spannung bleibt das Fazit: Schlecht ist es nicht, insgeamt aber eher mittelmäßig.

Bettina Riedel (academicworld.net)

David Dalglish. Der Tänzer der Klingen.
blanvalet. 13,99 Euro.

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