Richard Kadrey „Sandman Slim: Höllendämmerung“

Nach zehn Jahren in der Hölle, kehrt der mächtige Magier Stark nach Los Angeles zurück. Sein Ziel: Rache zu üben an denen, die seine Freundin ermordet und ihn verbannt haben.

 

 

Richard Kadrey lebt als Autor und Fetisch-Fotograf in San Francisco. Seit den neunziger Jahren hat er mehrere Romane und unzählige Short Stories publiziert und für Comic-Autoren getextet. Eine Kino-Verfilmung von «Sandman Slim» ist in Arbeit. Kadrey hat inzwischen den zweiten Stark-Roman veröffentlicht.


«Ein süchtig machendes, hochamüsantes, dreckiges Meisterwerk.» William Gibson

Früher war Stark der beste Magier von Los Angeles. Bis ein neidischer Konkurrent seine Freundin ermordet und ihn – im Wortsinn – zur Hölle schickt. Als Stark nach zehn Jahren die Flucht gelingt, kennt er nur ein Ziel: Rache. Und wer in der Unterwelt überlebt, ist eigentlich gegen jeden Gegner gewappnet. Doch neben Menschen, Engeln und Teufeln treibt noch eine weitere übermenschliche Spezies in L.A. ihr Unwesen, vor deren Macht und Bosheit alle Höllenfeuer verblassen …


Durchgeknallt – das triffts!

Die Geschichte beginnt damit, dass Stark auf der guten alten Erde aufwacht, nachdem er elf Jahre lang in der Hölle geschmort hat. Vor elf Jahren haben ihn seine Kumpanen aus dem Magierzirkel überlistet und ihn dorthin verfrachtet. Seine große Liebe wurde ebenfalls von einem der Zirkel-Magier getötet und nun sinnt „Sandman Slim“ Stark auf Rache, die er auch bekommt. Einen nach dem anderen knöpft er sich vor, bis er auf den größten, mächtigsten Widersacher trifft.

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt, auch wenn sie durch wahnwitzige Szenen, urkomische Begebenheiten und viel Gossensprache aufgepeppt wurde. Die ganze Zeit habe ich gedacht, schöner wäre es, wenn man das jetzt in Bildern sähe. Ich denke wirklich, dass die Geschichte besser funktioniert, wenn sie als Graphic Novel/Comic vorliegt. Oder sogar als Film. Das wäre ein echtes Highlight. Mit den passenden Typen in den Rollen wäre es ein echtes Schmankerl. Lustige Dialoge, die sarkastische Ader von Sandman Slim richtig umgesetzt – das wäre perfekt.

So empfand ich die Story als zu sehr mit wirrer, dauernd wechselnder Magie überfrachtet und ein bisschen zu wenig Urban Fantasy. Wer neu in dieses Genre einsteigt, könnte überfordert sein und ein Fantasy-Lexikon benötigen, bei den ganzen „Fachbegriffen“, mit denen da um sich geworfen wird.

Mit tollem Humor

Unbestritten ist aber der Humor ein ganz toller, den Kadrey da verarbeitet und auch seine Darstellung der Figuren ist sehr sehr gut. Unglaublich, wie witzig der Kopf einer seiner Widersacher im Schrank beschrieben wird und welche Situationen sich daraus ergeben!

Zu guter Letzt sei noch das famose Cover erwähnt. Es sprach mich sofort an und hat mir zugerufen „Lies mich“ und vielleicht kommt auch daher mein Hang zu der Vorstellung, dass dieses Buch besser als Comic wäre.


Fazit:
Auf jeden Fall möchte ich unter dem Strich empfehlen, sich erst mal gründlich auf dem Fantasy-Sektor zu tummeln, um bestimmte Begrifflichkeiten auch zu verstehen, ansonsten sehe ich schwarz für Fantasy-Neulinge, die sich im Magie-Dschungel verlieren und dabei mit der Geschichte nicht mehr mitkommen.

432 Seiten
Rowohlt Polaris (Juli 2011)

Preis: 14,95 Euro

 

 

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