Paralleluniversen

Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass die Welt in weniger als 50 Tagen in Chaos versinkt?

Sie ist diejenige, die jede Nacht ausbüxt, um etwas an der Baggern und Geräten kaputt zu machen, die ihre heißgeliebte NASA-Station abreißen sollen. Von sich selbst sagt sie, sie sieht die Dinge, wie sie sind – oder wie sie sein sollten! Angespornt von wissenschaftlicher Neugier begibt sich die aufgeweckte Teenagerin Casey (Britt Robertson) auf eine gefahrvolle Mission, zu der sie das Schicksal mit Frank (George Clooney) zusammengeführt hat. Woebi das Schicksal eher einem kleinen Mädchen entspricht, die mit einem britischen Akzent durch die Weltgeschichte tourt. Sie kennt Frank schon aus den Fünfzigern und hat sich seither optisch nicht ein winziges bisschen verändert… Gemeinsam mit Frank, der ein äußerst resignierter Wissenschaftler ist und dessen einstige Tage als Wunderkind schon lange zurückliegen, macht sie sich auf, die Geheimnisse einer mysteriösen, besseren Welt jenseits unserer normalen Vorstellungskraft zu entdecken. Die Herausforderungen, die die beiden dort erwarten, wird unsere Welt – und sie selbst – für immer verändern.

Die Kritik

Dystopien gab es in letzter Zeit viele, welche findet man also in diesem Film? Eine, die noch gar nicht zur Dystopie wurde. Das ist inhaltlich sehr interessant, denn das bietet eine ganz neue Perspektive. Die Anknüpfungspunkte für die Katastrophe sind überaus realistisch: Eine Umweltkatastrophe soll die nächste jagen. Das gibt dem Film durchaus eine beunruhigende Note, weil der Zuschauer sofort in die gedankliche „Aber was, wenn…“-Frage verfällt.

Die großen Fragen werden auch mit unverminderter Härte gestellt: Was muss bei der Menschheit eigentlich alles falsch laufen, weil wir so einen tollen Planeten zerstören? Warum geben wir so gerne auf? Wieso denken wir so schnell nur negativ? Das sind definitiv Fragen, denen jeder Mensch sich immer wieder mal stellen sollte.

Die Schauspielleistung? Hier ist alles supi. Der Clooney weiß genau, was er machen muss und seine beiden jungen Kollegginnen scheinen sich das bei ihm abgeschaut zu haben. Dass natürlich plötzlich „Dr. House“ auftaucht, krönt das Ensemble noch ein bisschen besser.

Bilder: @2015 Disney
Bilder: @2015 Disney

Und was macht das aus dem Film? Leider nicht gar so viel, wie man angesichts des vorhergehenden Lobs vermuten würde. Die Zielgruppe ist definitiv unter 22 Jahre alt: Es gibt zu viele Vereinfachungen, die inhaltlich eigentlich nicht erklärbar sind und zu wenig aus dem Thema rausholen. Obwohl die Fragen echt hart sind und bedeutend. Die Spannung baut sich auf und flupp, plötzlich ist da nur eine kleine Welle und die großen Fragen werden nur minimal beantwortet. Absolut sehenswert ist aber die Szene, in der „Dr. House“ sich so richtig über die Menschheit auskotzt. Davon gibt es leider recht wenige. Fazit: Kann man jetzt sehen, wie man möchte: Für Jüngere ist der Film mit Sicherheit toll, für Ältere ein netter Zeitvertreib, der die eigene Welt nicht revolutionieren wird. Nett und schön, aber halt auch nicht viel mehr.

Bettina Riedel (academicworld.net)

A WORLD BEYOND

Regie: Brad Bird
Darsteller: George Clooney, Britt Robertson, Hugh Laurie, Raffey Cassidy, Kathryn Hahn

Seit dem 8. Oktober im Vertrieb von Disney als DVD und BluRay im Handel erhältlich.

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