Mörderische Spielchen mit französischem Flair

Ein langsam älter werdender Kommissar, eine geistig tendenziell eher simpel gestrickte Blondine als seine Sekretärin und ein rothaariger Wildfang, die als Journalistin arbeitet, aber viel lieber Buchautorin wäre: Das ist das ungleiche Trio in Agatha Christies Mörderische Spiele. Mal stößt Kommissar Laurence auf eine Zigeunerhexe, die schwarze Magie ausübt und an mehreren Morden beteiligt sein soll, mal trifft er genau bei deren Wohnwagen seine blonde Sekretärin Marlène, die an genau so etwas glaubt. Die Journalistin Alice Avril jagt derweil eine große Schlagzeile nach der anderen und hängt sich nicht nur an Laurence und Marlène ran, sondern beteiligt sich ganz aktiv an deren Ermittlungen. So manches Mal gerät sie damit selbst ins Lebensgefahr …

Die Kritik

Bevor es einen Aufschrei gibt: Die FIlme spielen jeweils in den 50ern, da war es mit der Emanzipation noch nicht weit her und die Gesellschaft war gestrotzt voll mit Vorurteilen über quasi jede Bevölkerungsgruppe, die nicht der weißen Mittel- und Oberschicht entsprach. Insofern – um die Filme auch wirklich in den 50ern zu platzieren – müssen solche Missstände bisweilen Teil der Handlung sein. Was allerdings durchaus kritisierbar ist, ist der Umfang, in dem die Sekretärin Marlène als das extrem-dumme Blondchen dargestellt wird. Zudem ist sie in der deutschen Synchronisierung mit einer wahnsinnig quietischigen Stimme vertont, die man als Zuschauer erst mal dauerhaft aushalten muss.

Zudem einige technische Hintergründe, die nicht ganz unwesentlich sind: Die Kollektion ist keine Mini-Serie, sondern besteht aus 3 Filmen à zirka 1.5 Stunden. Die Originalsprache ist Französisch, es gibt natürlich eine deutsche Tonspur, keine englische.

Die Fälle selbst sind Alltagskriminalität, die nicht mit der klinischen Sterilität einer CSI-Serie gelöst werden, sondern mit Charme, Witz, einer Portion Pragmatismus und Kombinationsfähigkeit. Es kommt in der Regel nicht zu einem groß angelegten Show-Down, vielmehr geht es darum, scheinbar unabhängige Ereignisse miteinander in Einklang zu bringen. In diesem Sinne sind es keine Action-Filme, sondern eine nette Unterhaltung nebenbei. Viel mehr allerdings auch nicht, sodass die Collection 4 kein absolutes Must-Have ist, sondern eher ein nice-to-watch-that’s-it.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Agatha Christie – Mörderische Spiele
Collection 4 mit 3 Filmen
Darsteller: Samuel Labarthe, Blandine Bellavoir, Elodie Frenck
ab dem 26. Januar im Vertrieb von Polyband erhältlich.

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