Medizin aus dem Stadtpark

Sonntag Morgen: Der Kopf brummt. Die Nase ist verstopft. Alles tut weh. Der Prüfungsstress und die Kälte des Winters fordern ihren Tribut. Wie immer ist keine Aspirin im gesamten Wohnheim zu finden. Als Student muss man nun mal Prioritäten setzen. Bücher, Mensa und Partys schmälern die Haushaltskasse nun mal sehr effizient. Glücklicherweise lässt sich im Stadtpark schnell die passende Naturmedizin für viele Zipperlein finden.

Viele der in Apotheken verfügbaren Medikamente wurden ursprünglich aus wilden Kräutern gewonnen. Um stark wirksame Heilkräuter verwenden zu können, benötigt man natürlich ziemlich viel Vorwissen, um sich nicht zu vergiften. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von wirksamen, aber nicht weiter gefährlichen Heilpflanzen, die auch ein Laie einsetzen kann.

Es gilt bei Heilpflanzen, genauso wie beim Sammeln von essbaren Pflanzen, die Regel, dass man die Finger von unbekannten oder nicht sicher erkannten Arten lässt. Bei den wichtigsten, hier vorgestellten Heilpflanzen kann man aber auch mit dröhnendem Schädel kaum etwas falsch machen.

Wilde Minze (Metha aquatica) Sie wächst an Bächen und Waldrändern. Leicht zu erkennen ist sie am Kaugummigeruch der zerriebenen Blätter. Diese werden klein geschnitten als Tee gekocht und helfen gegen Beschwerden im Hals und Rachenraum. Wirksame Inhaltsstoffe: Ätherische Öle

Mädesüß (Filipendula ulmaria) Es ist oft an Flussläufen zu finden. Die Blüten duften intensiv süß nach Mandeln. Ein paar Blütenbüsche als Tee gekocht helfen gegen Kopfschmerzen und Fieber. Die Wurzel kann klein geschnitten gekocht werden und wirkt sehr effektiv gegen Durchfall… im Volksmund wird das Mädesüß deshalb auch „Stopparsch“ genannt. Wirksame Inhaltsstoffe: Salicylate (natürliches Aspirin), ätherische Öle

 

Brennnessel (Urtica dioica) Die unangenehm stechenden Pflanzen zu finden und zu erkennen ist kaum schwierig. Ein Tee aus einigen jungen Blättern ist harntreibend und wirkt deshalb bei Nierenleiden und Harnwegsbeschwerden heilend. Wirksame Inhaltsstoffe: Flavonoide

Baldrian (Valeriana officinalis) Der Baldrian gedeiht an kleinen Flüssen oder Entwässerungsgräben. Rund ein Esslöffel der etwas unangenehm sauer riechenden Wurzel wird als Tee aufgegossen und hilft beim Einschlafen vor Prüfungen oder dem nächsten Date. Wirksame Inhaltsstoffe: Valerensäure, Alkaloide

Hopfen (Humulus lupulus) Nein, nicht derjenige aus der Flasche, sondern die frischen weiblichen Blütenzapfen werden von der auf Hecken wuchernden Liane gesammelt und ausgekocht. Der extrem bittere Sud wirkt beruhigend auf Magen und Gemüt. Wirksame Inhaltsstoffe: Lupulin, Bitterstoffe

Wenn die Linderung ausbleibt, gilt bei der Selbstbehandlung mit Medikamenten von der Wiese oder aus der Apotheke immer, dass man lieber mal eine Vorlesung ausfallen lässt um einen Arzt aufzusuchen. Gute Besserung.

Von Academicworld-Experte Johannes „Joe“ Vogel

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