Kochen mit Event-Charakter

Das klappt, wenn man a) etwas experimentierfreudig ist, b) die Sendung Outlander mag/ fanatisch verfolgt und c) sich das offizielle Kochbuch zur Serie zulegt! Die Liebe, die Jamie und seine Sassenach über die Jahrhunderte verbindet, liegt unter anderem und ganz sicherlich in der guten Küche aus Jamies Zeit begründet ist. Liebe geht durch den Magen!

Die Rezepte zur Serie wurden im Vorfeld durch ein Blog bereits weltbekannt, aber nun liegen die besten gesammelt vor. Optisch ist das Buch ein kleines Juwel – das Grün der Insel findet sich im Cover wieder, aufwändige Grafik im Inneren kombiniert mit super gestalteten Fotos, die den Appetit anregen. Erste Bilder des Inhalts finden Interessierte auf der Website des herausgebenden Zauberfeder Verlags.

Inhaltlich ist das Kochbuch in 17 Kapitel unterteilt, die die Rezepte in verschiedene Fleischsorten (Geflügel, Rind, …), Vorspeisen, Frühstück, Nachtisch und Drinks gliedern – und sogar Pizza und Pasta! Das verspicht schon etwas kreatives Vorgehen bei der Rezeptzusammenstellung, insofern wird natürlich nicht 1 zu 1 wie anno dazumal gekocht. Das wäre bei weitem zu kompliziert und auch so sollte man sich für die meisten Rezepte etwas Zeit einplanen. Dafür macht das Kochen richtig Spaß, denn es wird eben nicht krmapfhaft darauf gesetzt, möglichst schnell etwas zusammenzurühren. Da können beispielsweise Scones mit perfekter Geometrie zubereitet werden!

Die getreuen Leser von Academicworld.net allerdings wissen: Wir achten nicht nur auf ein schmuckes Äußeres, sondern testen auch die Rezepte live und in Farbe. Getestet wurden folgende Rezepte: Lammkoteletts in Buttermilch mit Rosenwasser-Minze-Wasser, Stephen Bonnets salzige Schokoladen-Brezel-Bällchen sowie Fionas Zimtscones und Warmes Mandelgebäck mit Vater Anselm. In den Bildern oben und links seht ihr Anselms Mandelgebäck, das nicht nur warm eine kleine Leckerei für Zwischendurch ist. Statt Mandeln oben drauf gab es Pekannüsse und es war trotzdem sehr lecker, simpel in der Zubereitung und ohne Schwierigkeiten bei der Anleitung.

Die Hauptspeise klingt sehr kompliziert – Rosenwasser gibt es aber in jeder Apotheke. Wem das zu viel ist, kann es aber auch einfach weglassen. Frische Minze gibt es beim Edeka um die Ecke oder im Idealfall aus dem Garten / vom Balkon. Statt einem Kotelett könnt ihr auch Lammrücken verwenden, je nachdem, was euer Metzger vorrätig hat. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass ihr Lamm vorbestellen müsst und nicht ganz spontan kochen könnt. Die Beilage wird mit einem Tipp versehen, hier können aber alle Hobbyköche auf den Tisch bringen, was ihnen gefällt.

Wer danach noch Platz im Magen hat, darf sich getrost den Zimtscones zuwenden. Diese werden – wie angesprochen – entweder geometrisch perfekt zubereitet oder ähneln am Ende eher Zimtschnecken. Am Geschmack ändert sich dadurch – Überraschung! – nichts. Ganz im Gegenteil: Im Büro kann man sich so ganz neue Freunde schaffen. Ein kleines Problemchen gab es beim Rezept: Beim Salz fehlt die Maßangabe, das konnte nun ein Tee- oder Esslöffel sein. Entschieden habe ich mich für die kleinere Einheit und habe damit ein gutes Ergebnis erzielt. Ein ähnliches Problem gibt es beim Zwiebelkuchen: Weil es um selbigen geht, kann man erraten, wovon man 450 Gramm in Juliettes schneiden soll, aber es ist eine weitere Unaufmerksamkeit. Alle Rezepte dieses Buchs wurden nicht auf ähnliche Fehler geprüft, aber auch so sind diese zwei Vorkommnisse sehr schade, da ansonsten sehr viel Arbeit in das Kochbuch gesteckt wurde.

Wer lieber süß und salzig miteinander kombinieren möchte, sollte einen Blick auf Stephen Bonnets Bällchen (har!) werfen. Das sind quasi kleine Laugengebäck-Semmelchen mit einem Schokoladen-Kern. Statt 24 gab es im Test nur 10 Bällchen und statt Bällchen gab es eher … Fladen. Das lag wohl an einem etwas feuchteren Teig, wobei in der Beschreibung extra darauf hingewiesen wurde, haargenau auf die Konsistenz zu achten. Auch hier gilt – dem Geschmack war es nicht abträglich.

Satt wird man von den Portionen auf jeden Fall, für jedes Rezept gibt es einen kleinen Textausschnitt aus einem der Bücher zur Serie, für Hobbyköche gibt es viele neue Experimente zu entdecken und was könnte mehr Spaß machen, als sich mit Freunden zu treffen, eine Runde zu kochen und gemeinsam auf die Zukunft/ Vergangenheit von Jamie und seiner Sassenach zu spekulieren? [Buchspoiler werden mit Nachtischentzug bestraft]

Bettina Riedel (academicworld.net)

Theresa Carle-Sanders. Outlander – Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga.
Zauberfeder Verlag. 39,90 Euro.

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