Keine Sonne über Island

In Island feierte DER EID einen großen Erfolg und entwickelte sich zum Publikumsliebling des letzten Jahres. Seit dem 9. Februar ist der Film von Baltasar Kormákur in den deutschen Kinos zu sehen.

Wie weit würdest du gehen, um deine Familie zu retten? In DER EID muss sich Finnur (Baltasar Kormákur) genau diese Frage stellen. Seine 18-jährige Tochter Anna aus früherer Ehe droht langsam abzurutschen. Sie kifft, trinkt, durchfeiert Reykjaviks Nächte und scheint ihre Ausbildung massiv zu vernachlässigen …

Finnur hat alles, was man sich wünschen kann: Mit seiner Freundin Solveig und der gemeinsamen Tochter lebt er in einem beeindruckenden Anwesen inmitten der Natur Islands. Er ist ein gefragter und aberkannter Herzchirurg – im Radsport findet er Ausgleich zu seinem Job.

Einblick in die menschliche Psyche

Nur die Probleme mit Anna lassen ihn nicht los. Als sich Anna allen Übels auch noch in Ottar, einen gewalttätigen Drogendealer, verliebt, gerät Finnur mehr und mehr in einen Strudel aus Verzweiflung und Rachegefühlen. Immer schneller und aufgewühlter fährt er mit seinem Rad durch die verlassenen Straßen Islands. Er muss handeln. Und was er am Ende aufs Spiel setzt, lässt tief in die menschliche Psyche blicken.

Kritik

Baltasar Kormákur (EVEREST, THE DEEP, 101 REYKJAVIK) ist mit seinem neuesten Werk zu seinen isländischen Wurzeln zurückgekehrt. Islands Natur ist impulsiv und rau. Allein die beeindruckenden skandinavischen, düster anmutenden Landschaftsaufnahmen machen DER EID zu einem sehenswerten Thriller. Der Regisseur selbst verkörpert den Protagonisten Finnur. Dabei übermittelt er ein authentisches Bild eines Arztes, der aus purer Verzweiflung und Liebe handelt. Finnur ist es auch, der den Thriller mit seiner Zerrissenheit unglaublich spannend macht und den Zuschauer bis zur letzten Minute in Atem hält. Ohne künstliche Action und übertrieben inszenierter Gewalt ist dem Kultregisseur Baltasar Kormákur ein fantastisches Come Back gelungen.

 

Alena Hegedüs (academicworld.net)

DER EID

Regisseur: Baltasar Kormákur

Ab dem 9. Februar im Verleih von Alamode Film im Kino.

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