Kapstadt – Eine Stadt zum Verlieben

Letzten Sommer habe ich mit meiner Schwester eine Sprachreise mit LAL in Kapstadt gemacht. Wie es dazu kam? Ich wollte unbedingt in nach Kapstadt und meine Schwester hatte einen Englischsprachkurs dringend nötig. So kam es also, dass wir Ende Juni in Kapstadt landeten, und für mich ein lange ersehnter Traum wahr wurde. Denn die zwei Wochen Sprachkurs in Afrika haben mein Leben ein wenig verändert.

Als wir in der Schule ankamen, war unser erster Gedanke „schlafen“. Wir sind zwar, bevor wir uns schlafen legten, noch runter in die Bar und den Biergarten gegangen, aber Begeisterung kam durch unseren Schlafmangel irgendwie gar nicht auf! Am nächsten Tag sah die Welt glücklicher Weise anders aus. Nach dem Test wurden wir durch die Schule geführt und waren von dem Pool, dem  Billardtisch, dem Tischkicker und der hauseigenen Bar einfach angetan! Viel besser als wir es uns vorgestellt hatten.

Auch der Unterricht war klasse. Kleine Klassen und vor allem gemischte Nationalitäten. Zu meiner Klasse zum Beispiel gehörten meine dortige beste Freundin, eine Belgierin, ein ziemlich verrückter Saudi Arabier, ein etwas verpeilter Südkoreaner, ein Kerl aus Guinea und zwei nette Brasilianer. Unsere Lehrerin war aus Kapstadt. Wir behandelten im Unterricht nicht nur die südafrikanische Geschichte und Kultur, sondern auch unsere eigenen Kulturen. Jeden Mittwoch unternahm ich mit meiner Klasse tolle Ausflüge. Der erste Ausflug ging ins Kino. Am  darauffolgenden Mittwoch besuchten wir das „District Six Museum“.

Die Zeit nach dem täglichen Unterricht stand uns zur freien Verfügung. Wir füllten die Nachmittage mit gemeinsamen Shoppingtouren, selbstorganisierten Trips zu Kapstadts Sehenswürdigkeiten  und allen möglichen Ausflügen, die von der Schule angeboten wurden. Die Jungs gingen auch gerne Fußballspielen. Ich verbrachte meine Zeit meistens auf Ausflügen oder ich erkundete mit Freunden die Gegend. Aber am liebsten haben wir uns in den Park in die Sonne gelegt und auf dem Rückweg noch die Jungs beim Fußballspielen beobachtet. Meine ständigen Begleiter hierbei waren meine Schwester und meine Freunde aus Italien, Belgien und Brasilien. Mit ihnen verbrachte ich die meiste Zeit.

Die Schule organisierte jeden Montag für die Neuankömmlinge eine Stadtführung, an der wir natürlich auch teilnahmen. Kaum zu glauben, dass drei Stunden zu wenig sind, um eine solche Stadt zu erkunden. Auf der Stadtführung sahen wir die Regierungsgebäude, wir durften den Ausblick vom Signall Hill bewundern und haben den Strand von Camps Bay gezeigt bekommen.  Ausklingen lassen haben wir die Stadtführung mit dem Sonnenuntergang an Kapstadts schönsten Strand Clifton 4.

Ein weiteres tolles Erlebnis war die Erkundung des Tafelbergs bei gefühlten Null Grad. Zu blöd nur, dass es fast vollständig bewölkt war. Dennoch hatten wir Spaß und ließen uns von nichts die Laune verderben. Wer hätte gedacht, dass sich auf dem Tafelberg, der so flach wirkt, eine kleine Hügellandschaft befindet? Trotz der Kälte hatten wir beschlossen die große Runde zu laufen und haben uns danach mit einer heißen Schokolade belohnt.

Auch die Tour zum Kap hat mir gut gefallen. Der Tourguide der Schule hatte uns nicht zu viel versprochen. Unsere Tour startete am Kap der guten Hoffnung und ging weiter zum Cape Point, dem südlichsten Punkt Kapstadts. Auf dem Rückweg hielten wir an einer Pinguin Farm in Boulders, anschließend machten wir in den Weinbergen noch eine Weinprobe. Das Beste für mich an diesem Tag war jedoch die Rückkehr zur Schule – hier wartete mein neuer Freund, in den ich mich während meiner Reise verliebt hatte.

Den meiner Meinung nach schönsten Platz Kapstadts habe ich leider erst an meinem letzten Tag gefunden. Den Lions Head. Direkt nach dem Mittagessen sind zwei Brasilianer, zwei Italiener, die Belgierin und ich losgezogen um ihn zu besteigen. Nach drei Stunden konnten wir auf der Spitze endlich den Sonnenuntergang sehen. Wenn ihr mich fragt, es gibt nichts Schöneres als den Sonnenuntergang auf dem Lions Head! Der Abstieg war eine leichte Herausforderung, da wir das obere Stück auch wieder runterklettern mussten. In der Schule erwartete uns dann mein Freund und das von ihm organisierte Barbecue, denn einer unserer Freunde feierte seinen Geburtstag. Außerdem war es der Abschiedsabend von meiner Schwester und mir. Hier wurde, wie so oft, fröhlich und ausgelassen gefeiert.

Viele unserer Abende starteten wir in der Schulbar „The Lion´s Den“ und am Wochenende ging es im Anschluss noch weiter ins „Dubliner’S“. Am besten haben mir persönlich die abendlichen Braais (Barbecue) gefallen. Jeden Montagabend wurde für die neuen Schüler ein Braai von der Schule organisiert. Wenn sich alle gut verstanden haben und sich jemand fand, der gerne  organisierte, gab es auch für Abschiedsfeiern oder Geburtstag-Braais.

Genau wie die Braais gehörten auch die Mittwochabende zur Routine. Warum ausgerechnet mittwochs? Naja, an diesem Tag ist in Kapstadt Kinotag und man zahlt nur die Hälfte. Und ich muss gestehen, mir macht es nichts aus für 2,50 Euro ins Kino zu gehen.

Ein weiteres Highlight waren die dort geltenden Tischtennisregeln. Wer zu 0 verlor musste in den Pool springen, egal mit welchen Klamotten oder welcher Temperatur. Ein Grund, weswegen ich mich vor Tischtennisspielen oft gedrückt habe! Auch beim Billard hatten wir eine Menge Spaß, bis ein Franzose auf einmal eine Kugel durchs Fenster katapultiert hatte und wir die Kugel nachts nicht mehr finden konnten.

All die Leute, die ich in Kapstadt kennengelernt habe, sind mir direkt ans Herz gewachsen. Egal welches Alter und welche Nationalität. Jeder verstand sich mit jedem. Jeder hat auf jeden Rücksicht genommen und vor allem jeder wurde von jedem akzeptiert.  

Mit meinen neu gewonnenen Freunden aus aller Welt habe ich heute noch Kontakt. Mit meinem Freund bin ich inzwischen schon über ein halbes Jahr zusammen und das ist mit einer Beziehung zwischen Deutschland und Brasilien gar nicht so einfach. Auch mit meinen anderen Freunden sind Wiedersehen geplant. Wir alle wollen uns wiedertreffen. In den einzelnen Ländern hat es schon Wiedersehenstreffen gegeben.

Meine Sprachreise war einfach nur eine tolle Zeit. Wir haben viel gelernt, und zwar nicht nur Englisch, sondern auch andere Kulturen kennengelernt und vor allem haben wir auch gelernt Menschen unterschiedlichster Herkunft zu akzeptieren. In Kapstadt habe ich gelernt, was es heißt zusammenzuhalten, zu kämpfen um das was einem wichtig ist und meiner Meinung nach meine schönste Erfahrung, ich habe Menschen kennengelernt, die genauso drauf sind wie ich, aus den unterschiedlichsten Ländern. Alles in allem kann ich nur sagen: Ich habe mich in Kapstadt gefühlt wie zu Hause und im Paradies zugleich.

(Von Mona Held aus Bürstadt)

Mona war mit LAL Sprachreisen in Kapstadt. 

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