Kann man seine Identität verleugnen?

Die Brigitte über „Die gläserne Frau“: „Desperate Housewives“ meets die berühmteste Frau der Welt. Große Literatur mit bestem Unterhaltungs-Thrill. Nicht nur für Frauen ein Muss.

Rezension: Die gläserne Frau

Lydia, Mitglied der königlichen Familie in England, war einst ein Mensch, der tagtäglich in der Öffentlichkeit stand. Ein bekanntes Gesicht, dass nur allzu gerne von den sensationsgierigen Photographen abgelichtet wurde. Doch nun will sie mit diesem Leben abschließen. Der Öffentlichkeit den Rücken zudrehen und ihr Leben zufrieden und – vor allen Dingen- selbstbestimmt führen.

Im Blick der Öffentlichkeit

Monica Alis Roman „Die gläserne Frau“ behandelt ein interessantes Thema: Seine Herkunft und das damit verbundene Leben. Für die meisten von uns ist es leicht, wir müssen niemandem gerecht werden, werden nicht auf jedem Schritt und Tritt von sensationslüsternen Reportern verfolgt, die gerne jeden unserer Fehltritte in der Öffentlichkeit breit treten wollen.
Doch es gibt Menschen, bei denen es anders ist. Prominente, Popstars und eben oftmals auch Mitglieder von Königsfamilien.

Auf der Suche nach der Liebe

Man bekommt gesagt, wie man sich in der Gesellschaft richtig zu verhalten hat, was man am besten zu welchem Anlass tragen sollte, worüber man zu sprechen hat und was tunlichst unterlassen werden sollte. „Die gläserne Frau“ handelt von einer solchen Geschichte. Einer Frau, die aus den ihr auferlegten Konventionen ausbricht – um einmal das wirklich wahre Leben zu spüren. Einmal wahre Freundschaft und tiefe, innige Liebe zu erleben.

Distanz bis zum Schluss

Monica Alis Schreibstil lässt sich sehr gut lesen, dennoch hatte ich einige Probleme, in die Geschichte um Lydia einzutauchen. Wieso genau, kann ich nicht wirklich in Worte fassen. Manchmal schien die Geschichte nur so vor sich hin zu plätschern und etwas langatmig zu werden, wobei das Thema an sich wirklich gut ist, nur mir hat in der Umsetzung noch etwas gefehlt.
Lydia ist mir nicht so sehr ans Herz gewachsen, wie ich es mir gewünscht hätte, obwohl ich mit ihr mitgelitten habe und immer für sie hoffte, dass sie ihr Leben so leben kann, wie es für sie richtig ist.

Fazit: Ein Roman, der sich mit einem der wichtigsten Themen für uns Menschen beschäftigt, seiner Identität und der Möglichkeit sein Leben frei zu gestalten – mich aber leider nicht komplett von sich überzeugen konnte.

Sabrina Konrad (Academicworld.net)

Monica Ali. Die gläserne Frau
19,99 Euro. Droemer

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