Kalt, Kälter, Kalter Krieg

In der Nachkriegszeit ist Deutschland durch mehr als nur eine Mauer getrennt. Auch auf der kleinsten, also der Familienebene werden Schicksale zerrissen und neu zusammengefügt, wie es eigentlich nicht sein sollte …

 
Bild: Bernd Schuller

Die unsicheren Zeiten der DDR: Gregor Weber ist ein überzeugter Sozialist und arbeitet in seinem Block als bekannter Spitzel der STASI. Sein Sohn Lars wird von der Behörde gerade zum Agenten ausgebildet und erhält sofort seinen ersten Auftrag: Als sogenannter Romeo wird er mit falschen Papieren ausgestattet, reist in Westdeutschland ein und soll Lauren Faber um den Finger wickeln und zu einer Informatin für die STASI machen. Sie arbeitet in der streng geschützten US-Abhöranlage auf dem Teufelsberg und ist für die DDR damit ein wichtiger Player in Sachen Spionage. Fast hat Lars sie so weit – da wendet sich das Blatt um 180 Grad. Aus der Not geboren muss er nun die gleiche Strategie mit einer Freundin von Lauren versuchen, die ebenfalls auf dem Teufelsberg arbeitet. Doch statt wie vorhermit kalter Berechnung vorzugehen, trifft er bei ihr auf seine eigenen Emotionen, die seine Arbeit verflixt schwer machen.

Die Kritik

Ein kleines Fazit vorab: Für deine deutsche Produktion bemerkenswert gut gelungen! Ich bin kein Fan von Tatorten und so manhcer Kinofilm aus deutscher Hand stößt mir wirklich sauer auf. Nicht so hier. Wirklich nicht. Es ist ein sehr spannender Thriller, der in die nahe liegende Vergangenheit unserer Eltern führt. Dazu hochbrisant, weil es um Institutionen wie die NSA und Abhöranlagen ausländischer Mächte in unserem Land geht.

Dazwischen wird die sehr persönliche Geschichte einer zerissenen Familie gemischt: Eine Tochter wird gedopt und hat die einmalige Chance auf ein gutes Leben in der DDR, die andere muss mitspielen, oder ihr Studienplatz wird vom sozialistischen System anderweitig vergeben. Der Onkel passt für die STASI auf seine Nachbarn auf und merkt immer mehr, dass das eigentlich auf ziemlich falsche Bahnen führt. Seinen Sohn hat er schon instrumentalisiert und muss nun um sein Leben fürchten. Eine explosive Mischung, die es wirklich in sich hat – und am Ende noch Mal mit einer Wendung verblüfft, die man ein wenig vorausahnen kann, in der Umsetzung aber echte Grenzen sprengt, pun intended.

Diese drei Folgen hinterlassen einen rätselnden Zuschauer, der mehr will. Wirklich und wahrhaftig. Oder mal anders gesagt: Das Format hat eine Qualität, bei der man endlich mal gewillt ist, die GEZ zu zahlen – selbst als Student. Natürlich leben wir in der Gegenwart und haben daher den Luxus des Wissens, dass die DDR untergegangen ist. Daher können wir uns auch den Spaß gönnen und in der Optik der drei Folgen zu schwelgen (Im Gegensatz dazu, uns ausschließlich auf die politischen Hintergründe und Aktualitäten zu fokussieren). Zu den wichtigen Details gehört übrigens auch, dass das ZDF sich native speaker geholt hat, wenn es um ausländische Rollenbesetzung ging. Wie oft haben US-Produktionen schon deutschsprachige Rollen mit Amerikanern besetzt, deren Sprachkenntnisse unter Null lagen! Und aufgeregt hat es mich jedes einzelne Mal. Auch hier also qualitativ mitgedacht.

Großes Fazit: Ich will mehr sehen, unbedingt!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Der gleiche Himmel
3 Episoden

Ab dem 31. März auf DVD und Bluray im Vertrieb von Polyband fürs Heimkino im Handel erhältlich!

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