Gesetze, die Spaß machen

Schon während des Studiums lernt der Jurist: „Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung“. Für das „Bessere Gesetzbuch“ mag dies nicht unbedingt Geltung beanspruchen. Dafür hat die Gesetzeslektüre mit Sicherheit noch selten so viel Freude bereitet.

Das Bestreben nach guter Unterhaltung

Gesetze zu studieren macht in der Regel nicht unbedingt Spaß. Fällt es vielen doch schwer dem trögen Juristendeutsch etwas abzugewinnen. Unbestimmte Rechtsbegriffe, Legaldefinitionen, die kein normaler Mensch versteht und endlos lang anmutende Paragraphenketten tragen ihrer Teil dazu bei. Die fünf Bücher des BGB beispielsweise mögen zweckmäßig sein, aber sie wecken nicht unbedingt die Lust auf mehr. Diesen Zustand abzuändern, war wohl die Intention der Autoren des Besseren Gesetzbuches. So lässt bereits die Präambel die Bestrebung erkennen, neben der Erstürmung der Bestsellerlisten in erster Linie zur Unterhaltung beizutragen.

Ungewöhnliche Gesetze

Anstelle des BGB, der StPO oder dem Grundgesetz widmen sich die Autoren Oliver Kuhn, Alexandra Reinwarth und Axel Fröhlich im „Besseren Gesetzbuch“ lieber dem Männergesetz, den Gesetzen des täglichen Bedarfs, der Geschlechterverkehrsordnung, den Karnevalsgrundsätzen und vielen, vielen spannenden weiteren Gesetzen.

Viele Fragen, die lange ungeklärt blieben, finden in den Gesetzen ihre Beantwortung: Wann ist ein Mann ein Mann? Warum ist eine freundschaftliche Beziehung zwischen zwei Frauen stärker und schutzwürdiger als eine Lebensgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau (Ganz klar. Nach § 1 II Frauengesetz ist dies der Fall,  da Frauen besser kommunizieren können)? Ganz wichtig auch für männliche Verkehrsteilnehmer: § 3 I der Straßenverkehrsordnung bestimmt, dass Männer im Straßenverkehr alle anderen Verkehrsteilnehmer grundsätzlich respektlos zu behandeln haben.

Augenzwinkern vorausgesetzt

Mit viel Humor und Witz nimmt das Autorentrio die deutsche Rechtslandschaft auf die Schippe. Im Paragraphendschungel fällt es schließlich nicht leicht den Überblick zu bewahren. Das wird auch im „Besseren Gesetzbuch“ deutlich. Doch muss tatsächlich vieles reglementiert werden, was als selbstverständlich erscheint, um den Rechtsfrieden in einer Gesellschaft zu wahren. Hier greift das Buch an in dem es für wirklich jede Situation eine gesetzliche Regelung gibt. Im Gegensatz zu echten Gesetzestexten, sind diese Gesetze allerdings wesentlich unterhaltsamer. Auch Nicht-Juristen werden daher Spaß haben, wenn sie sich mit den vielen Paragraphen humoristisch-juristisch auseinandersetzen. 

Fazit: Sehr kurzweiliges Ersatzgesetzbuch, das gut zu unterhalten weiss. Leute mit einer ausgeprägten Abneigung gegenüber Gesetzen, sollten sich von diesem Buch eines Besseren belehren lassen.      

 
Thomas Hepp (academicword.net)

Oliver Kuhn. Das Bessere Gesetzbuch (BGB) – Alles, was Recht ist.
8,99 Euro. Knaur Taschenbuch Verlag

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