Gegen die Überbevölkerung …

… kämpfen die Terroristen in dem Thriller „Bluteis“. Was der Roman von Marc Ritter hergibt, hat Manuela Hoffmann getestet. Hier ist ihr Urteil.

Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Die Geschichte des Thrillers spielt in naher Zukunft in Europa und Afrika. Eine Terrorgruppe versucht den Landhandel in Afrika zu unterbinden, der mittlerweile sehr im Kommen ist. Ihr Hauptziel ist dabei gar nicht so verschieden, wie das ihrer Gegner, die Gruppe der Osterbacher, welche aus hohen Politikern und Industriellen besteht: Verhinderung der Überbevölkerung in der Zukunft. Beide Gruppen haben jedoch unterschiedliche Vorgehensweisen. Die Osterbacher wollen einen Virus nach Afrika schicken.  Bei infizierten Personen senkt sich die Hemmschwelle vor Gewalt und die Schmerzgrenze. Die erhoffte Folge ist, dass sich die Länder der zweiten und dritten Welt so selbst auslöschen.

Auf der anderen Seite sind die Terroristen, angeführt von einer gebürtigen Afrikanerin, welche in jungen Jahren zusehen musste, wie ihr Großvater wegen ein paar Bäumen umgebracht wurde und die anschließend mehrfach vergewaltigt wurde. 

Ein explosives Pferderennen

Die Hauptperson, Thien Baumgartner, gerät eigentlich nur durch Zufall zwischen die Fronten: Seine schwangere Freundin sieht genauso aus, wie eine Person, die die Terroristen für ihre Pläne neu konditionieren wollen. 

Wegen eines Jobs sind beide in der Schweiz bei einem Pferderennen am St. Moritzersee. Plötzlich wird der See in die Luft gesprengt und Thiens Freundin Sandra ist verschwunden – zusammen mit weiteren Prominenten, welche alle in den Landhandel in Afrika investieren.

Auf der Suche

Thien wird vom Schweizer Geheimdienst beauftragt, die vermissten Personen zusammen mit einem alten Freund aus dem Geheimdienst zu suchen. Die nächsten Monate durchsuchen sie alle möglichen Höhlen in den Schweizer Bergen.

Unterdessen werden bei den entführten Personen die Gedächtnisse nach und nach gelöscht und mit neuem Wissen angefüllt, damit sie als künftiger harter Kern der Osterbacher den Willen der Terroristen umsetzen können. Wird es Thien gelingen, seine schwangere Freundin zu retten und die Terroristen rechtzeitig aufzuhalten?

Spannende Handlung mit chronologischen Schwierigkeiten

Der Schreibstil des Autors lässt sich gut und flüssig lesen. Der Inhalt ist sehr span-nend geschildert und es fiel mir schwer, den Roman aus der Hand zu legen. An manchen Stellen finden sich Verschwörungstheorien: So sollen angeblich die Osterbacher Aids nach Afrika gebracht haben. Ein Punkt erscheint jedoch unrealistisch: So können im Roman mit einem Handy fünf Menschen über einen Chip fremdgesteuert werden.

Am Anfang fällt es einem zudem schwer, den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen, da der Ablauf streng chronologisch erzählt wird und somit mehrere Handlungsstränge eines Tages nacheinander berichtet werden. Durch die zeitliche Einteilung und Datum und Uhrzeit am Anfang jeden Abschnittes hat der Leser zwar einen ganz guten Überblick über das Geschehen. Leider sind hier aber Fehler aufgetreten. So werden Tage und Daten an manchen Stellen verwechselt. Im ersten Teil des Buches fehlt auch einmal eine gesamte Woche. Das verwirrt etwas.

Einige Fragen, die zum Beispiel Thien und Sandra betreffen, werden am Ende nicht aufgelöst. Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe, und nun möchte ich auch gerne den ersten Teil lesen, um mehr über die Hauptfiguren zu erfahren. Um der Handlung folgen zu können, muss man den ersten Teil aber nicht kennen.

Fazit:

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, ich kann es nur weiterempfehlen. Die Personen sind realistisch beschrieben und keine übertriebenen Helden. Man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Mir hat auch gut gefallen, dass die Geschichte in Deutschland und der Schweiz spielt. Das düstere Ende hat mich etwas betroffen gemacht, aber wer erfahren will, wie es ausgeht, muss es selbst lesen …

Manuela Hoffmann, academicworld-Rezensentin

Marc Ritter. Bluteis.
Droemer HC. 16,99 Euro.

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