Facettenreich, spannend und lebendig

Axel S. Meyer ist Spezialist für historische Romane. Das hat der Gewinner des ersten Preis im Wettbewerb «Historischer Roman des Jahres» (2009) des Rowohlt Verlags schon mehrfach bewiesen. „Das Lied des Todes“ reiht sich nahtlos ein in die Erfolgsgeschichte.

Im Jahr 955 gelingt König Otto ein überraschender Sieg über die Magyaren. Graf Thankmar von der Mersburg ist dies gar nicht recht – hatte er doch auf den Tod des Königs gehofft. Thankmar ist der festen Überzeugung, dass in Wahrheit ihm selbst Titel und Thron zustehen und ist bereit, dafür mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu kämpfen. Und tatsächlich: als er in die dänische Mark versetzt wird, ist keine Stadt vor ihm und seinen „Blutmänteln“ sicher – wohin er auch kommt, bringt er den Tod.

Mächtige Feinde

Als ihn die Seherin Velva mit einem Fluch belegt – mit dem „Lied des Todes“ – hat Thankmar plötzlich neben Velva’s Sohn Aki und dem Normannenkrieger Hakon einen weiteren, erbitterten Feind: seinen Aberglauben, der ihn fast in den Wahnsinn treibt, denn er ist sicher: erst wenn er von dem Fluch befreit ist, ist sein Weg als König frei…

Fiktion oder wahre Begebenheit?

Axel S. Meyer hat mit „Das Lied des Todes“ einen spannenden historischen Roman geschaffen, der den Leser nach Deutschland und Norwegen im 10. Jahrhundert führt. Dabei handelt es sich laut eigenen Angaben des Autors um eine fiktive Geschichte, die sich an historischen Begebenheiten orientiert.

Durch die Verwendung der damals üblichen Orts- und Personennamen fühlt man sich sofort in diese Zeit hineinversetzt. Durch die überaus bildhaften Beschreibungen von Wettkämpfen, Seefahrten, so manchen Greueltaten und sonstigen Geschehnissen entstehen sehr lebhafte Szenen vor dem inneren Auge. Dabei sollte man allerdings nicht allzu zimperlich sein, denn auch Thankmar kannte kein Erbarmen mit seinen Opfern, was beim Lesen der Geschichte schnell deutlich wird.

Parallele Handlungsebenen

Besonders gefallen hat mir die Gliederung in parallele Handlungsebenen – der Leser erhält dadurch einen tieferen Einblick in das Schicksal der Figuren und erlebt hautnah deren persönliche Entwicklung mit. Es fällt nicht schwer, sich mit ihnen zu identifizieren und ihre Gefühle nachzuvollziehen. Außerdem kann man sich dadurch umsomehr in die Handlungswelt sowohl von Graf Thankmar als auch von seinen Gegnern einfühlen. Dies macht den Roman facettenreich, erhält die Spannung und sorgt dafür, dass Langeweile gar nicht erst aufkommt.

Es macht eimfach Spaß

Der lebendige Erzählstil und die starke, ausdrucksvolle Sprache fallen angenehm auf. Das Gesamtbild aus Wortwahl, Satzlänge und den alten Namen vermittelt eine authentische Atmosphäre der damaligen Zeit, ohne den Leser jedoch zu überfordern. Es macht einfach Spaß, das Buch aufzuklappen und in eine andere Zeitepoche einzutauchen.

Fazit: Mich hat „Das Lied des Todes“ absolut überzeugt. Ein historischer Roman, der sowohl unterhaltsam, als auch spannend und informativ ist und mich neugierig gemacht hat auf weitere Romane von Axel S.Meyer, wie zum Beispiel „Das Buch der Sünden“. Ein Name, den ich mir merken werde und dessen nächstes Buch sicherlich auf meiner Wunschliste landen wird…

Birgit Theis, academicworld-userin

Axel S. Meyer. Das Lied des Todes
9,99 Euro. rororo

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