Edel sei der Mensch …

Im ersten Teil, Rubinrot, entdeckte die sympathisch-schusslige Gwen dezent überraschend, dass sie ein Zeitreisegen in sich trägt. Klar macht sie das was zu besonderem. Schließlich ist sie das letzte Puzzleteil, um eine perfide Weltordnung einer Geheimloge durchzusetzen.

Französisch für höfliche Menschen, komplizierte Tänze von anno dazumal, Kostüme aus der Hölle – so richtig glücklich ist Gwen immer noch nicht mit ihrem Zeitreisegen. Auch Gideon kann sie nicht darüber hinweg trösten, egal wie gut er nun mal aussieht. Die beiden Frischverliebten haben leider keine Zeit, um selbige einfach mal mit sich zu verbringen. Stattdessen schickt die Loge sie quer durch die Jahrhunderte. Wichtige Missionen, bla bla bla … Für Gwen stinkt die Loge bis zum Himmel. Warum sonst wäre die Loge hinter ihrer Cousine und ihrem Freund her? Warum stahlen die beiden damals den zweiten Chronograph? Und warum gibt es die Allianz, die die Loge so vehement bekämpft? Der Vorsitzende der Loge, der Graf aus dem was-weiß-Gwen-wievielten Jahrhundert verfolgt jedenfalls seine ganz eigenen Pläne, die rund um seine Weltherrschaftsfantasie kreisen …

Da hat es dann wohl doch auf beiden Seiten gefunkt ;) Bild: Concorde Home Entertainment
Da hat es dann wohl doch auf beiden Seiten gefunkt 😉 Bild: Concorde Home Entertainment

Die Kritik

Eine deutsche Verfilmung einer Buchvorlage ist eine Seltenheit, sodass sich ein detaillierter Blick darauf lohnt. Vor allem, wenn man den Ruf unserer Verfilmungen bedenkt: Schlechte Dialoge, komisch geschnittene Szenen und irgendetwas, das einfach nie zusammenpasst. Wie auch bei Rubinrot ist dem bei SAPHIERBLAU nicht so – und das ist sehr bemerkenswert. Auch wenn beide Filme keine absoluten Blockbuster sind – sie sind technisch gut gemacht, die Dialoge ergeben Sinn, passen zu den Szenen und wirken weder hölzern noch gestelzt. Was das heißt? Es ist einfach ein ungeheuer sympathischer Film.

Das liegt nicht zuletzt an den Schauspielern, die so herrlich natürlich wirken und in ihrer Rolle aufgehen. Hier spielen alle Faktoren richtig zusammen und so wandert der Film den Grad zwischen hölzerner Untertreibung und emotionaler Überkandidelei. Ein Film, wie er nicht aus Hollywood kommen würde – und das ist ein Kompliment. Wie schief hollywoodsche Verfilmungen von Jugendbüchern gehen können, zeigt unter anderem das Beispiel von City of Bones (wenngleich der Soundtrack spitze ist). Eine Prise Leidenschaft hätte er noch vertragen können, aber auch so ist SAPHIRBLAU eine gelungene Verfilmung, die die kleinen Fehlerchen aus dem Vorgänger Rubinrot noch ausmerzen kann.

Nun denn: Vielleicht keine (baldige) Trilogie, die Welten verändern wird. Die aber zeigt, dass der deutsche Film nicht ganz verloren ist und man auch mit vergleichsweise jungen & unbekannten Schauspielern eine tolle Leistung erbringen kann.

Bettina Riedel (academicworld.net)

SAPHIRBLAU

Darsteller: Jannis Niewöhner, Maria Ehrich, Kostja Ullmann, Josefine Preuß
Regie: Felix Fuchssteriner, Katharina Schöde

Seit dem 5. März als DVD, BluRay und Digital im Vertrieb der Concorde Home Entertainment im Handel erhältlich

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