Dominique Barbéris – Eine Frage von Glück oder Zufall

Spannender Klappentext

 

Durch neueste französische Kinofilme war ich inspiriert und griff zu diesem Buch einer französischen Schriftstellerin. Der Klappentext von „Eine Frage von Glück oder Zufall“ ist sehr ansprechend, jedoch war ich aufgrund des Titels nicht sicher, in welches Genre der Roman einzuordnen ist und somit war ich gespannt, was mich erwarten wird.

Der Roman wurde mit dem Prix des Deux Magots 2008 und dem Prix de la Ville de Nantes ausgezeichnet und ist das erste ins Deutsche übersetzte Buch von Dominique Barbéris. Die Schriftstellerin wurde 1958 in Kamerun als Tochter eins Diplomaten  geboren.

 

Mord in einer Villa

Ein Museumswärter beginnt auf der ersten Seite über den aktuellen Stand des Mordfalls der Marie-Hélène zu erzählen. Diese kehrte nach Jahren in ihren Heimatort an der Loire zurück, um ihr altes Elternhaus zu verkaufen. In der gleichen Nacht wurde sie in der Villa ihrer Eltern erschossen. In seiner Erzählung schweift der Museumswächter, der sehr zurückgezogen lebt,  ab und berichtet von dem Tag, an dem die hübsche Frau in das Dorf zurückkehrte. Er erinnert sich auch an gemeinsame Begegnungen in der Vergangenheit und an den Tag des Geschehens, an dem er den Mörder von Marie-Hélène im starken Regen unbemerkt passiert haben muss.

Was mich irritiert hat, ist, dass der Ort an der Loire nur mit „N.“ benannt wird. Etwas zäh für meinen Geschmack sind auch die vielen abschweifenden, detaillierten Erläuterungen. Dadurch ist für mich leider viel zu viel von der eigentlichen Story verloren gegangen. Mir ist nicht klar geworden, was die Autorin eigentlich vermitteln wollte. Mit 200 Seiten ist der Roman eine eher kurze Lektüre, die noch etwas mehr Würze oder mehr interessante Bezüge zum Thema Glück und Zufall gebrauchen hätte können. Eher nichts für traditionelle Krimiliebhaber, denen es vor allem um Spannung und Mitraten geht!

 

180 Seiten

Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2010)

14,90 Euro

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